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Diese Rubrik berichtet über Beschlüsse, Stellungnahme, Aktivitäten und Erklärungen von kirchlichen Institutionen und ihren RepräsentantInnen.

Bischöfe tief besorgt über deutsche Waffenexporte

Wie das Bistum Fulda in einer Pressemitteilung vom 14. Mai 2013 erklärt, haben der katholische Bischof von Fulda, Heinz Josef Algermissen, und der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, in einem gemeinsamen Brief an die hessischen Abgeordneten in Bundestag und Landtag sowie an die Gemeinden beider Kirchen ihre tiefe Sorge über die deutschen Rüstungsexporte zum Ausdruck gebracht. Sie weisen in dem Schreiben unter anderem darauf hin, dass eine deutliche Abkehr von dem Grundsatz, deutsche Waffen nicht in Spannungsgebiete zu liefern, festzustellen sei und werben auch um Unterstützung der Kampagne „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“.

Zur Pressemitteilung des Bistums Fulda. Hier kann auch der Brief in voller Länge heruntergeladen werden.

Rüstungsexporte: Evangelische Kirche fordert parlamentarische Mitbestimmung

Angesichts der kürzlich bekannt gewordenen und höchst umstrittenen Lieferung deutscher Panzer nach Indonesien hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) mehr Transparenz und einen Parlamentsvorbehalt bei Rüstungsexporten gefordert. In einem Interview mit dem Norddeutschen Rundfunk sagte Renke Brahms, der Friedensbeauftragte der EKD, Deutschland habe gerade in der UNO-Vollversammlung einem großen internationalen Waffenhandelsabkommen zugestimmt, in dem mehr Transparenz in solchen Entscheidungen gefordert wird. Diese Beschlüsse müsse Deutschland jetzt schleunigst umsetzen.

Rüstungsexporte: EKD fordert mehr Transparenz, Interview mit Renke Brahms, Friedensbeauftragter der EKD, NDR Info, 08.05.2013

34. Evangelischer Kirchentag: EKD kritisiert Waffenhandel

Während des 34. Evangelischen Kirchentags in Hamburg wurde von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) Kritik an deutschen Waffenexporten geübt.

So hat der EKD-Friedensbeauftragte, Renke Brahms, dort laut ekd.de darauf hingewiesen, dass es ein Skandal sei, dass Deutschland der drittgrößte Waffenexporteur der Welt sei. Brahms habe zudem gefordert, dass die evangelischen Gemeinden in Deutschland das Thema Frieden wieder mehr in den Mittelpunkt rücken sollten und die Politiker ein neues Rüstungskonversionsprogramm aufsetzen müssten.

Siehe dazu: EKD-Beauftragter: Friedensthema muss wieder in Mittelpunkt rücken, ekd.de, 03.05.2013

Auch der Ratsvorsitzende der EKD, Nikolaus Schneider, betonte im Rahmen des Evangelischen Kirchentags, dass Waffenexporte in so genannte Drittstaaten nicht der Friedenssicherung dienen, sondern eine Friedensgefährdung darstellen. Er zeigte verschiedene evangelische Positionen zu friedensethischen Fragen auf. Gemeinsam sei diesen ein substantieller Katalog von politischen und rechtlichen Forderungen, wie unter anderem nach Transparenz der politischen Entscheidungen sowie nach einer parlamentarische Kontrolle bei deutschen Rüstungsexporten.

Mehr unter: Krieg als Geschäft" - eine Bewertung deutscher Rüstungsexporte in ethischer Perspektive, Nikolaus Schneider, ekd.de, 03.05.2013

34. Evangelischer Kirchentag: Krieg als Geschäft

"Krieg als Geschäft" lautete der Titel einer Podiumsdiskussion beim 34. Evangelischen Kirchentag in Hamburg. Dabei diskutierte die Journalistin Ines Pohl mit dem Rüstungsexperten Andrew Feinstein, dem Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands für Deutsche Sicherheits- und Verteidigungsindustrie Georg Wilhelm Adamowitsch und Jan Grebe vom Bonner Internationalen Konversionszentrum (BICC) über fehlende Transparenz bei Rüstungsexporten. mehr

34. Evangelischer Kirchentag: Kirchentagsresolution gegen Rüstungsexporte

Vom 1. bis 5. Mai 2013 fand in Hamburg der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag statt. Der Bund für Soziale Verteidigung, Mitglied im Aktionsbündnis von Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel, hat eine Resolution gegen Rüstungsexporte eingebracht. Ihr Titel lautet „Kriegswaffen und Rüstungsgüter werden grundsätzlich nicht exportiert!“. Die Resolution ist vom Kirchentag angenommen worden. Zum Text der Resolution

Bischof Bedford-Strohm gegen Rüstungsexporte in Konfliktgebiete

Der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm kritisiert Waffenlieferungen nach Syrien oder in Krisengebiete als konfliktverschärfend. Er fordert das Geld für Waffen in die Entwicklung ziviler Konfliktlösungen zu investieren und weist auf ein Missverhältnis hin: 2011 seien weltweit 1.740 Milliarden US-Dollar in die Rüstung und nur rund 133 Milliarden US-Dollar in die Entwicklungshilfe geflossen. Quelle: evangelische.de 15.04.13

Zollitsch kritisiert Waffenlieferungen nach Syrien

Robert Zollitsch, Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, kritisiert die anhaltenden Waffenlieferungen nach Syrien. epd 30.03.2013

Evangelische Kirche: Keine Waffenlieferungen nach Syrien

Die evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat die Bundesregierung dazu aufgerufen, sich gegen Waffenlieferungen nach Syrien auszusprechen und für gewaltfreie Lösungswege einzutreten. mehr

Waffen sind zum Töten da

Unter dem Titel „Waffen sind zum Töten da“ ist ein interessanter Artikel von Michel Schrom in der Zeitschrift „Christ in der Gegenwart“ erschienen. Schrom geht es dabei vor allem um die Frage, wie es dazu kommen konnte, dass die Bundesrepublik einer der größten Waffenexporteure der Welt geworden ist.

Waffen sind zum Töten da, Christ-in-der-Gegenwart.de

Käßmann prangert Rüstungsexporte an

Bei einem Vortrag vor 800 Besuchern in der Dortmunder Kirche Sankt Reinoldi forderte Margot Käßmann mehr über die deutsche Waffenproduktion und die Rüstungsausgaben zu diskutieren und es nicht hinzunehmen, dass Deutschland weltweit drittgrößter Waffenexporteur ist. Außerdem mahnte sie: „Wir können doch nicht an Kriegen verdienen, die wir nachher betrauern“. Quelle: Evangelische Nachrichtenagentur idea e.V.

Margot Käßmann ist auch Schirmherrin von Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel! mehr
Interview mit Margot Käßmann; mehr

"Wir nageln sie fest"

Die evangelische Kirche Bayern will entwicklungspolitische Themen daunter den Waffenhandel verstärkt in den Wahlkampf einbringen. Deshalb haben Brot für die Welt" und "Mission EineWelt" die Kampagne "Wir nageln sie fest" entwickelt. mehr

EKD-Ratsvorsitzender Schneider kritisiert geheime Waffenexporte

Laut Spiegel kritisierte der scheidende rheinische Präses Nikolaus Schneider die Bundesregierung: "Ich halte es für unverantwortlich, dass Länder wie Ägypten oder Saudi-Arabien mit Waffen auch aus unserem Land immer weiter aufgerüstet werden". Außerdem forderte Schneider die Bundesregierung auf, Waffenexporte künftig vom Bundestag genehmigen zu lassen. Des Weiteren sprach er sich dafür aus, dass die Richtlinien für Rüstungsexporte gesetzlich geregelt werden.
Spiegel-online 07.01.2013

Erzbischof Schick kritisiert Waffenhandel mit Afrika

Afrika könne auf eigenen Beinen stellen, behindere seine Entwicklung aber selbst durch Kriege und Bürgerkriege, die von Deutschland und anderen europäischen Nationen sowie von den USA durch Waffenlieferungen und anderes Kriegsmaterial gefördert würden, kritisierte Schick und forderte mehr Selbstlosigkeit in den politischen Beziehungen.
Radio Charivari

Erzbischof Zollitsch kritisiert Rüstungsexporte

Wie die Badische Zeitung berichtet, rügt Zollitsch die zunehmenden Rüstungsexporte in Problemländer und das Ansteigen der Militärausgaben in Krisenregionen. Das Blatt zitiert den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz wie folgt: "Es muss uns wachrütteln, wenn weltweit Rüstungsexporte ein florierendes Geschäft darstellen und die Ausgaben für Militär und paramilitärische Einheiten immens steigen". Außerdem forderte der Kirchenmann von der Politik, statt Krieg und Gewalt andere Mittel der Konfliktlösung zu finden. Badische Zeitung 02.01.2013

Engagiert für Frieden - Antrag zu Rüstungsexporten

Auf Initiative von pax-christi München hat die Herbst-Vollversammlung des Diözesanrats der Erzdiözese München und Freising den folgenden Antrag zu Rüstungsexporten beschlossen. »Der Vorstand des Diözesanrats wird aufgefordert, sich mit den Vor- und Nachteilen der Waffenexporte zu befassen. Die Delegierten des Diözesanrats bringen das Thema in das Zentralkomitee der deutschen Katholiken ein« pax-christi stellt sich gegen Rüstungsexporte und beklagt, dass sich Deutschland als »Europas größter Rüstungshändler« hervortue. »Rüstungsexporte sind einfach menschenverachtend«, erklärt dazu Gudrun Schneeweiß, Sprecherin an der pax-christi-Bistumsstelle München. Quelle: Münchner Kirchenzeitung

Ökumenische Erklärung zur Rüstungsindustrie am Bodensee

Die Erklärung wurde aus Anlass des 15. Internationalen Ökumenischen Bodenseekirchentags (15.-17-6.2012 in Überlingen) veröffentlicht. Die ErstunterzeichnerInnen sind 26  kirchlich und sozial engagierte Menschen aus der  Bodenseeregion.

Ökumenische Erklärung zur Rüstungsindustrie am Bodensee

„Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre  Spieße zu Sicheln machen. Es wird kein Volk wider das  andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht  mehr lernen, Krieg zu führen.“ (Micha 4,3)

1. Jesus Christus starb am Kreuz. Das hatte vielschichtige  Gründe. Ein Grund ist: Er war ein Opfer der römischen  Machtpolitik. Daraus entsteht für uns der Auftrag, uns auf  die Seite der Opfer zu stellen; auch auf die Seite jener  Zivilisten, die durch Waffen (-teile) vom Bodensee zu  Schaden kommen.

2. Jesus Christus hat seiner Kirche - auch  den Kirchengemeinden am Bodensee - einen umfassenden  Verkündigungsauftrag anvertraut. Sie sollen neben anderen  Aufgaben wie Gottesdienst, Seelsorge, Diakonie, Kirchenmusik  etc. auch das prophetische Amt ausüben. Wir haben auch den  Auftrag, Unrecht beim Namen zu nennen.

 3. Die Kirchengemeinden sollen darauf hinwirken, dass keine  Waffen oder Waffenteile vom Bodensee in Krisen- und  Kriegsgebiete geliefert werden, zum Beispiel nach Indien und  Pakistan, sowie nach Israel und in den Nahen Osten.

4. Dasselbe gilt für Länder, in denen laut amnesty  international die Menschenrechte grob missachtet werden, zum  Beispiel China und Saudi-Arabien. Dasselbe gilt auch für  die Vergabe von Lizenzen und für den Technologietransfer in  solche Länder.

5. Wir haben lange weggeschaut und keine Fragen gestellt. Welche Firmen konstruieren und bauen an welchem Standort  welche Waffen oder Waffenteile? Wohin werden sie geliefert? In welchen Kriegen werden sie eingesetzt? Wie viele  Zivilisten (Frauen, Männer, Kinder) sterben durch unsere  Waffen? Wie viele werden verletzt?

6. Die Rüstungsfirmen am Bodensee sind „gute“  Arbeitgeber, Steuerzahler und Sponsoren. Man erhofft sich  von ihnen Wohlstand. Man hat Respekt vor ihnen. Man  überhöht sie wie das goldene Kalb (2. Mose 32). Aber Gott  ist nur Einer. Neben ihm sollen wir keine anderen Mächte  maßgebend ernst nehmen.

7. Wir leben nicht im Paradies, sondern in einer Welt, in  der es Unrecht und Gewalt gibt. Auf verschiedenste Weise  schadet jeder Mensch anderen Geschöpfen und auch sich  selbst. Aber die Gegenwart Jesu Christi – im Geist, in der  Gemeinde und in den Sakramenten – befreit uns schon hier  und heute zu einem neuen Denken und Handeln (Matthäus  5-7).

8. Es gibt eine gemeinsame Verantwortung der Kirchen,  Firmen, Parteien, Vereine und Gewerkschaften für das, was  in der Bodenseeregion produziert werden soll. Es liegt nicht  in der alleinigen Verantwortung der Menschen, die bei den  Rüstungsfirmen arbeiten.

9. Der jährliche Rüstungsbericht der beiden großen  Kirchen sowie die Erklärungen des Ökumenischen Rates der  Kirchen sollen auch in den Kirchengemeinden am Bodensee  gelesen und diskutiert werden.

10. Es gibt Alternativen zur Konstruktion, zur Produktion  und zum Export von Waffen. Rüstungskonversion ist möglich.  Auch am Bodensee.

Erstunterzeichner/innen sind, in alphabetischer Reihenfolge:
Ulrich AESCHBACH (Diakon, evang., Salem),  Udo BAUMÜLLER  (Pater, röm-kath., Mellatz),  Klaus BORCHERS-ZIOBRO (Pfarrer i.R., evang., Überlingen),  Walter BUDER (Dr. theol., röm-kath., Bregenz),  Arne ENGELI (Studienleiter i.R., reformiert, Rorschach),  Walter FREI (Theologe, reformiert, St.Gallen),  Klaus FRIEDRICH (Diakon, röm-kath., Unterraderach),  Christa HECHT-FLUHR, Kressbronn (röm.-kath. Dekanatsreferentin), Eberhard HEUSS (Pfarrer, evang., Lindau),  Heinz KAPP (Dr., evang., Singen),  Martina Knappert-Hiese (Dipl.theol, evang., Kressbronn),  Klaus LINDEMANN (Ingenieur, Immenstaad),  Helga MICHELBERGER (evang. Frauenarbeit, Manzell),  Holger MÜLLER (Dr. theol., Pfarrer, evang., Insel  Reichenau),  Werner NIDETZKY (Pater, Dr.-theol., röm-kath., Mellatz),  Alexander NIKENDEI (Mitglied von Pax Christi,  Friedrichs-hafen),  Herbert PRUNER (Pax Christi, evang., Bregenz),  Andreas QUINCKE  (Pfarrer, evang., Markdorf),  Cornelia RIEDL (Kirchenmusikerin, evang., Friedrichshafen) Paul RIEDMANN (Pfarrer, röm-kath.,  Bregenz),  Karl-Heinz SANDER (Kirchengemeinderat, evang.,  Friedrichshafen),  Rainer SCHMID (Pfarrer, evang., Friedrichshafen),  Jörg SCHMITZ (Religionspädagoge, röm-kath., Friedrichshafen),  Stefan SIEGEL-HOLZ (Dipl.theol., evang., Überlingen),  Burkhard SIPPL-BARTH (Sonderpädagoge, Frickingen),  Michael STRIEBEL (Prof. Dr., Bregenz, Mitglied von Pax  Christi),  Gertrud WAGNER (Pastoralassistentin i.R., röm-kath,  Bregenz),  Irmtraud WEBER (Mesnerin, evang., Friedrichshafen).

Kontakt: Dr. Heinz Kapp,  Dr.-Andler-Straße 3, 78224 Singen / Deutschland, Telefon 0049-7731-67779 kapp.singen@t-online.de  und kapp.singen@freenet.de.

Ökumenische Erklärung zur Rüstungsindustrie am Bodensee (PDF)

Mitteldeutsche Kirche: Waffenverkauf in Krisenländer verbieten

Wie der Evangelische Pressedienst mitteilt, hat die Synode der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) ein Handelsverbot für Waffen gefordert, die zum Einsatz in Krisen-ländern vorgesehen sind.

Mitteldeutsche Kirche fordert Handelsverbot für Kleinwaffen und Munition, epd

Diözesanrat Rottenburg-Stuttgart

Der Diözesanrat Rottenburg-Stuttgart spricht sich in einer Presseerklärung vom 17.03.2012 für strenge eine Rüstungsexportkontrolle aus und teilt mit, dass er Mitglied der Kampagne Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel geworden ist.
zur Presseerklärung

„Aufstehen für das Leben – Einspruch für die Opfer des Waffenhandels“

Unter diesem Titel veröffentlichte der Diözesanrat eine weitere Erklärung, die folgendermaßen beginnt.

"Der Diözesanrat Rottenburg-Stuttgart erhebt Einspruch gegen die seit Jahren steigenden Rüstungsexporte aus Deutschland. So ist der Umsatz mit Kriegswaffen nach dem Rüstungsexportbericht 2011 der Gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) von 2009 mit 1,3 Milliarden Euro auf 2,1 Milliarden Euro im Jahr 2010 und damit um über 50% gestiegen. Der Diözesanrat sieht in der Lieferung von Waffen und Rüstungsmaterialien in politische Spannungsgebiete und an Regime, die Menschenrechte grob verletzen und gewaltsam gegen Oppositionsbewegungen im eigenen Land vorgehen, eine Störung des friedlichen Zusammenlebens der Völker und damit einen Verstoß gegen die im Grundgesetz verankerte Friedenspflicht (Art 26,1)." mehr