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Schwarzbuch Waffenhandel

Silly: Vaterland

Mit dem Song "Vaterland" möchte die Band Silly zum Nachdenken über Rüstungsexporte anregen.

© meinhardt.info

Allgemeine Informationen und Neuigkeiten zum Thema Rüstungsexporte

Kommission für Rüstungsexportgesetz nimmt endlich Beratungen auf

Bereits im Januar 2016 hatte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) angekündigt, ein Rüstungsexportgesetz auf den Weg bringen zu wollen (siehe hier). Eine Expertenkommission solle Vorschläge dazu erarbeiten. Nach Informationen der taz nimmt dieses Gremium im Oktober seine Beratungen auf.

Ob und wann die Vorschläge der Kommission umgesetzt würden, sei aber noch fraglich, so die taz. Ebenso die Frage, wer genau in der Kommission sitze und wer sie berate. Nach taz-Informationen seien unter anderem der Bundesverband der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (BDSV) sowie die Gemeinsame Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) zu Anhörungen eingeladen. Auch das schwedische Friedensforschungsinstitut SIPRI werde die Kommission beraten.

Gremium zum Waffenexport: Gabriel lässt sich Zeit, taz.de, 07.09.2016

Bundesregierung segnet weitere Waffendeals mit Krisenstaaten ab

Die Bundesregierung hat weiteren Waffenexporten in Krisenstaaten grünes Licht gegeben. Wie der "Spiegel" berichtet, hat das Wirtschaftsressort von Minister Sigmar Gabriel am 5. Juli den Bundestag über diese Waffendeals informiert. Dabei gehe es unter anderem um Patrouillenboote für Saudi-Arabien, ein U-Boot samt Torpedos für Ägypten, 900.000 Schuss Maschinengewehrmunition für Brunei, 1.467 Panzerabwehrwaffen für Mexiko und Panzererprobungsmodelle für Kuweit, den Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate. Die Entscheidungen des Bundessicherheitsrats seien bereits vor gut anderthalb Wochen gefallen.

Rüstungsexporte: Regierung genehmigt Waffendeal mit Saudi-Arabien, spiegel.de, 05.07.2016

Erstes Halbjahr 2016: Waffenexporte steigen weiter an

Nachdem die Rüstungsausfuhren, wie unlängst bekannt wurde, im Jahr 2015 bereits Rekordhöhen erreicht haben, sind sie in diesem Jahr noch weiter angestiegen. Das berichtet die Tageszeitung "Die Welt".

Allein in der ersten Jahreshälfte 2016 habe die Bundesregierung Waffenexporte im Wert von 4,029 Milliarden Euro genehmigt. Das habe die Zeitung aus Regierungskreisen erfahren. Im ersten Halbjahr 2015 lag dieser Wert bei rund 3,5 Milliarden Euro. 60 Prozent der im ersten Halbjahr 2016 genehmigten Waffenlieferungen gehen laut der "Welt" an Drittstaaten.

Leicht zurückgegangen seien dagegen die Kleinwaffenexporte: Davon habe die Bundesregierung in den ersten sechs Monaten dieses Jahres Ausfuhren im Wert von 11,64 Millionen Euro erlaubt. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres seien es 12,42 Millionen Euro gewesen.

Waffenexporte steigen auch 2016 unter Gabriel, welt.de, 05.07.2016

Siehe dazu auch:

Enormer Anstieg deutscher Waffenexporte

Wie die "Welt am Sonntag" (WamS) berichtet, hat die deutsche Bundesregierung im Jahr 2015 Waffenexporte im Wert von 7,86 Milliarden Euro genehmigt - und damit fast doppelt so viele wie 2014 (3,97 Milliarden Euro). Das gehe aus dem Rüstungsexportbericht 2015 hervor, der am 6. Juli vom Bundeskabinett beschlossen werden soll und der der Zeitung bereits jetzt schon vorliege.

Laut WamS ist dies der höchste Wert seit Beginn des Jahrhunderts. Die Bundesregierung habe 12.687 Rüstungsexportanträge durchgewinkt – darunter auch die Lieferung von Kampfpanzern und Panzerhaubitzen nach Katar im Wert von 1,6 Milliarden Euro. Lediglich 100 Anträge seien dagegen abgelehnt worden. Die meisten Waffenexporte – nämlich 59 Prozent – gingen an Drittländer, also an Länder, die nicht der EU oder der Nato angehören.

Gabriel und die vielen Panzer, welt.de, 02.07.2016

UPDATE: Der Rüstungsexportbericht 2015 ist jetzt online auf der Seite des Bundeswirtschaftministeriums verfügbar.

Weitere Informationen:

Kurzauswertung Rüstungsexportbericht 2015 von Jan van Aken (Die Linke)

Siehe auch:

Laut Jane's ist Deutschland wieder drittgrößter Waffenexporteur der Welt

Medienberichten zufolge sollen deutsche Rüstungsunternehmen im Jahr 2015 Waffen im Wert von rund 4,78 Milliarden US-Dollar (4,2 Milliarden Euro) exportiert haben, Kleinwaffen und Munition nicht eingerechnet. Die Bundesrepublik liege damit wieder auf Platz drei der größten Waffenexporteure. Das gehe aus dem jährlichen Rüstungsbericht des britischen Militärinformationsdienstes "Jane's" hervor.

Rund ein Drittel der deutschen Waffenexporte seien in den Nahen Osten und nach Nordafrika gegangen. Der wichtigsten Abnehmer in dieser Region seien Saudi-Arabien, Algerien, Ägypten und Katar gewesen.

Siehe dazu:

Artikel über die Entwicklung des weltweiten Waffenhandels

In den letzten Jahren hat die Zahl der Kriege auf der Welt, die Rüstungsproduktion und der weltweite Waffenhandel extrem zugenommen, wie der französische Journalist Philippe Leymarie in einem ausführlichen Artikel in „Le Monde diplomatique“ beschreibt. Auch Konfliktstaaten und Diktaturen seien als Abnehmer für Waffen kein Hinderungsgrund.

Aufstieg einer gefährlichen Branche, „Le Monde diplomatique“, taz.de, 12.05.2016

Was versteht die Bundesregierung eigentlich unter "Spannungsgebiete"? Tilo Jung fragte nach

Laut Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Deutschland vor den Waffenlieferungen an die Peschmerga noch "nie Waffen in ein Spannungsgebiet geliefert". Das sagte sie auf der Pressekonferenz mit dem US-Präsidenten Barack Obama am 24. April in Hannover.

Angesichts der zahlreichen deutschen Waffenlieferungen in Kriegs- und Krisengebiete wie Saudi-Arabien, Mexiko, Pakistan, Katar, Jordanien, die Vereinigten Arabischen Emirate oder nach Israel fragte der Journalist Tilo Jung (Jung & Naiv) auf der Bundespressekonferenz am 25. April, was die Bundesregierung eigentlich unter "Spannungsgebiet" verstehe und ob tatsächlich früher noch nie Waffen in Spannungsgebiete geliefert worden seien. In ihren Antworten wanden sich die Regierungssprecherin Christiane Wirtz und der Pressesprecher des Bundeswirtschaftsministeriums, Andreas Audretsch, um klare Aussagen herum:

Neue SIPRI-Daten zeigen: Militärausgaben nehmen weltweit erstmals wieder zu

Die Militärausgaben stiegen seit 2014 weltweit um ein Prozent und betrugen im Jahr 2015 insgesamt 1,7 Billionen US-Dollar. Das meldet das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI. Das sei die erste Zunahmen seit 2011, so das schwedische Institut.

Das meiste Geld gaben die USA für Waffen aus, gefolgt von China, Saudi-Arabien und Russland. Deutschland liegt auf Platz neun. Den Grund für den boomenden Waffenhandel sehen die Forscher unter anderem in den Konflikten und Spannungen in vielen Teilen der Welt.

World military spending resumes upward course, says SIPRI, sipri.org (Pressemitteilung), 05.04.2016

Download Fact Sheet

Daten zu den jüngsten Trends

Siehe auch:

Bundesregierung gibt grünes Licht für weitere Waffenexporte in Krisenländer

Medienberichten zufolge hat die Bundesregierung erneut Waffenexporte in Krisengebiete und an menschenrechtsverletzende Staaten erlaubt. Das habe Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel dem Wirtschaftsausschuss des Bundestags in einem Schreiben mitgeteilt. So dürfe Airbus jetzt beispielsweise 23 Hubschrauber nach Saudi-Arabien und fünf nach Thailand liefern.

Der Firma Heckler & Koch habe der Bundessicherheitsrat unter anderem die Lieferung von 1.210 Maschinengewehren und -pistolen in den Oman und 130 vollautomatischen Gewehren und Maschinenpistolen an die Vereinigten Arabischen Emirate genehmigt. Zudem habe er dem Verkauf von 387 vollautomatischen Gewehren und 100 Maschinenpistolen nach Indonesien, 400 Maschinenpistolen nach Trinidad und Tobago, 15 Maschinenpistolen und Gewehren nach Jordanien und 193 Gewehren und Maschinenpistolen in den Kosovo zugestimmt.

Die Firma Oberland Defence dürfe unter anderem 711 Rohre für Gewehre an den Oman verkaufen und Rheinmetall sei der Export von 65.016 Patronen für Granatwaffen dorthin bewilligt worden.

Bundesregierung beschließt Post-Shipment-Kontrollen bei Rüstungsexporten

Künftig soll der Endverbleib von deutschen Rüstungsexporten in Drittländer vor Ort geprüft werden. Die Bundesregierung hat jetzt die rechtlichen Voraussetzungen für diese sogenannten Post-Shipment-Kontrollen geschaffen.

Damit könne man die Angaben, die Empfänger zum Verbleib der Waffen machen, überprüfen, erklärt Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Die staatlichen Empfänger in Drittländern müssten sich bereits in den Endverbleibserklärung verpflichten, diese Vor-Ort-Kontrollen zu dulden. Bislang seien Vor-Ort-Kontrollen nur bei Kriegswaffenexporten möglich gewesen, so Gabriel weiter. In Zukunft gelte dies auch für sonstige Rüstungsgüter, wie Pistolen oder Scharfschützengewehre.

Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums werden diese Kontrollen jetzt stufenweise umgesetzt, wobei sich Bundesregierung dabei zunächst in einer Pilotphase auf Kleinwaffen konzentriere.

Gabriel: Künftig können dt. Rüstungsgüter auch vor Ort kontrolliert werden, Pressemitteilung bmwi.de, 09.03.2016

Siehe auch:

EU-Parlament fordert Verbot von Waffenlieferungen an Saudi-Arabien

Medienberichten zufolge haben sich die Abgeordneten des Europaparlamentes am 25. Februar mit großer Mehrheit in einer Resolution für ein Waffenembargo gegen Saudi-Arabien ausgesprochen. Grund dafür sei unter anderem der Krieg im Jemen.

Mit dieser Forderung leiste das Europäische Parlament einen wichtigen Beitrag zur Einhaltung des Völkerrechts, kommentiert Barbara Lochbihler, außenpolitische Sprecherin der Grünen im Europäischen Parlament in einer Pressemitteilung die Entscheidung. „Wer dem saudischen Regime Waffen liefert, macht sich zum Komplizen von Kriegsverbrechen im Jemen“, erklärt Lochbihler

Die EU-Länder sind übrigens nicht verpflichtet, diese Forderung des Parlaments umzusetzen.

Saudi-Arabien: EU-Parlament für Waffenembargo, deutschlandfunk.de, 25.02.2016

Waffenlieferungen an Riad: EU-Parlament fordert Embargo gegen Saudi-Arabien, spiegel.de, 25.02.2016

Saudi-Arabien: EU-Parlament fordert Waffenembargo, zeit.de,25.02.2016

Europäisches Parlament fordert Waffenembargo für Saudi-Arabien, gruene-europa.de, 25.02.2016

Resolution

Neue SIPRI-Zahlen zum weltweiten Waffenhandel: Deutschland weiterhin einer der fünf größten Waffenexporteure

Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI (Stockholm International Peace Research Institute) hat kürzlich seine neuesten Zahlen zu den Entwicklungen im weltweiten Handel mit Großwaffensystemen veröffentlicht.

Daraus geht hervor, dass das Volumen des internationalen Handels mit solchen Waffen seit 2004 insgesamt deutlich gestiegen ist. Zwischen 2011 und 2015 hat es im Vergleich zum Zeitraum von 2006 bis 2010 um 14 Prozent zugenommen.

Die größten Importeure von Großwaffen waren zwischen 2011 und 2015 Indien, Saudi-Arabien, China, die Vereinigten Arabischen Emirate und Australien, gefolgt von der Türkei, Pakistan, Vietnam, den USA und Südkorea.

Die fünf größten Exporteure dieser Waffen waren die USA, Russland, China, Frankreich und auch Deutschland, und das obwohl die Exporte von deutschen Großwaffensystemen in diesem Zeitraum laut SIPRI sogar um 51 Prozent gesunken sind.

Deutschland lieferte an 57 Staaten. Die Hauptkunden deutscher Großwaffen waren in diesem Zeitraum die USA, Israel und Griechenland. Sehr viele deutsche Großwaffen gingen außerdem nach Südamerika, Asien und Ozeanien und in den Mittleren Osten.

Die SIPRI-Daten umfassen nur den Handel mit Großwaffensystemen. Der Handel mit Kleinwaffen oder anderen Rüstungsgütern wird darin nicht berücksichtigt. Zudem zeigen die SIPRI-Zahlen die tatsächlichen Ausfuhren im untersuchten Zeitraum. Sie spiegeln damit die politischen Exportentscheidungen aus den Jahren davor wieder. Im Gegensatz dazu betrifft der deutsche Rüstungsexportbericht die Genehmigungen der Regierung für Waffenexporte - und damit noch nicht die tatsächlichen Exporte. Die gesunkenen Zahlen der deutschen Rüstungsexporte reflektieren daher die Entscheidungen der CDU/CSU-FDP-geführten Bundesregierung, nicht die der derzeitigen Großen Koalition.

22 Feb. 2016: Asia and the Middle East lead rise in arms imports; the United States and Russia remain largest arms exporters, says SIPRI, Pressemitteilung von SIPRI, sipri.org., 22.02.2016

SIPRI-Factsheet: Trends in international arms transfers, 2015, sipri.org

Recent trends in arms transfers, sipri.org

Siehe auch:

Deutsche Waffenexporte steigen auf Rekordwert von über 12,5 Milliarden Euro

Die Bundesregierung erlaubte im Jahr 2015 so viel Rüstungsexporte wie nie zuvor. Insgesamt sind sie auf den Rekordwert von 12,81 Milliarden Euro gestiegen. Das geht aus einer Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Linken im Bundestag hervor.

Auf einer Pressekonferenz hatte sich Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) am 19. Februar zu diesen aktuellen Zahlen geäußert, noch bevor er der Linken die Antwort auf ihre Fragen zukommen ließ. Allerdings hatte er dabei nur die Summe der erteilten Einzelausfuhrgenehmigungen von rund 7,5 (7,85) Milliarden Euro öffentlich bekanntgegeben. Zu den sogenannten Sammelgenehmigungen in Höhe von fast fünf (4,96) Milliarden Euro äußerste er sich nicht. Ihre Höhe wurde erst später öffentlich bekannt.

Siehe dazu:

Siehe auch

Weitere Informationen

83 Prozent der Deutschen sind gegen Waffenexporte

Einer Umfrage zufolge lehnen 83 Prozent der Deutschen den Export von Waffen und anderen Rüstungsgütern grundsätzlich ab und nur 14 Prozent sind für solche Exporte. Das geht aus Medienberichten hervor. Die Umfrage sei von TNS Emnid im Auftrag der Linksfraktion im Bundestag erstellt worden. Dabei seien Mitte Januar 1.034 Bundesbürger befragt worden.

Deutlich sei dabei auch geworden, dass die Ablehnung von Rüstungsexporten seit 2011 deutlich gestiegen sei – damals seien bei einer ähnlichen Befragung noch 78 Prozent dagegen gewesen.

83 Prozent der Bundesbürger gegen Waffenexporte, neues-deutschland.de, 30.01.2016

AfD-Anhänger für Kriegseinsätze und weniger Flüchtlinge, heise.de, 29.01.2016

Weitere Informationen:

Umfrageergebnisse zum Waffenhandel als PDF

Wirtschaftsminister Gabriel möchte Rüstungsexporte klarer gesetzlich regeln

Medienberichten zufolge plant Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) jetzt ein klares Gesetz für Rüstungsexporte. Dazu werde eine Expertenkommission eingesetzt, die Vorschläge vorlegen solle.

Rüstungsexportgesetz: Gabriel will Waffenlieferungen klarer regeln, spiegel.de, 15.01.2016
Waffenexporte Wirtschaftsminister Gabriel plant Rüstungsexportgesetz, morgenpost.de, 15.01.2016

Menschenrechtsinstitut fordert grundsätzliche Debatte über deutsche Rüstungsexportpolitik

Angesichts der Hinrichtung von 47 Menschen in Saudi-Arabien fordert das Deutsche Institut für Menschenrechte in Berlin eine grundsätzliche Debatte über die deutsche Rüstungsexportpolitik.

Exporte von Rüstungsgütern nach Saudi-Arabien genügen den selbst gestellten Ansprüchen der Bundesregierung und der Europäischen Union nicht, heißt es in einer Pressemitteilung des Instituts. Seit Jahren seien schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen in Saudi-Arabien bekannt. Das Land habe sich 2011 unter anderem an der gewaltsamen Niederschlagung von Demonstrationen in Bahrain beteiligt und führe seit 2015 eine kriegerische Auseinandersetzung mit dem Jemen. Außerdem würden aus Saudi-Arabien terroristische Gruppen in anderen Ländern unterstützt.

Bei Entscheidungen für Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien habe die Bundesregierung der Achtung der Menschenrechte bislang offensichtlich nicht die gleiche Bedeutung beigemessen wie anderen Kriterien. Daher müssten die Kriterien für die Genehmigung von Rüstungsexporten offengelegt und präzisiert, Abwägungsregeln verdeutlicht und Entscheidungsprozesse transparenter gemacht werden, fordert Wolfgang Heinz, Experte für Sicherheitspolitik und Menschenrechtsschutz des Instituts. Bislang sei der Entscheidungsprozess bei Rüstungsexporten intransparent, parlamentarische Kontrollmöglichkeiten seien gering. Auch die Anwendung der Kriterien, nach denen Genehmigungen erteilt werden, seien unklar.

Menschenrechtsinstitut fordert erneute Debatte über Kriterien für Genehmigung deutscher Rüstungsexporte, institut-fuer-menschenrechte.de, 08.01.2016

Deutsches Institut für Menschenrechte

25 Prozent aller deutschen Waffenexporte stammen aus Bayern

Medienberichten zufolge kommt rund ein Viertel aller deutschen Waffenexporte aus Bayern. Das gehe aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervor.

Deutschland habe im Jahr 2014 Waffen im Wert von rund vier Milliarden Euro exportiert. Davon stammten rund 25 Prozent – also Lieferungen im Wert von gut einer Milliarde Euro – von bayerischen Unternehmen. Zwei Drittel der bayerischen Exporte seien in Drittstaaten gegangen. Zu den größten bayerischen Waffenbauern gehörten der Rüstungskonzern Diehl, der Panzerbauer Krauss-Maffei Wegmann und Airbus.

Zwei Drittel in Drittstaaten: Jeder vierte Waffenexport aus Bayern, n-tv.de, 18.12.2015

Export von Rüstungsgütern von bayerischen Unternehmen, Doris Wagner (Bündnis 90/Die Grünen), Schriftliche Fragen an die Bundesregierung im Monat November 2015 (Frage Nr. 256), Antwort 8.12.2015

EU-Parlament fordert strengere Anwendung der EU-Kriterien bei Waffenexporten

Die Abgeordneten des EU-Parlaments haben sich mit großer Mehrheit in einer Resolution für eine strengere Anwendung der EU-Kriterien für Waffenexporte ausgesprochen. Sie forderten außerdem unabhängige Kontrollen, Sanktionsmechanismen für Verstöße sowie mehr Transparenz.

"Die Mitgliedstaaten, die Waffen exportieren, müssen berücksichtigen, dass Länder, denen sie in der Vergangenheit Waffen verkauft haben, nun instabil geworden sind, und sie müssen die Vorschriften über Waffenexporte verschärfen", erklärt die Berichterstatterin Bodil Valero (Grüne/EFA, SE) und sie hob hervor, dass "die Mitgliedstaaten der EU, die weltweit in großem Stil Waffen ausführen, auch eine besondere Verantwortung tragen, um zu gewährleisten, dass die Glaubwürdigkeit der EU als einer Organisation, die sich weltweit für Menschenrechte einsetzt, gewahrt werden muss."

EU-Parlament fordert schärfere Regeln für Waffenexporte, Pressemitteilung, europarl.europa.eu, 17.12.2015

GKKE-Bericht 2015: Kirchen fordern Rüstungsexportstopp für Saudi-Arabien

Die Gemeinsame Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) hat am 17. Dezember in Berlin ihren Rüstungsexportbericht 2015 vorgestellt. Darin fordert sie unter anderem einen Stopp aller Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien.

Die Menschenrechtspraxis des Landes sei abgründig und seine Rolle in der Region nicht gerade stabilisierend, erklärte Prälat Karl Jüsten, katholischer Vorsitzender der GKKE, bei der Vorstellung des GKKE-Rüstungsexportberichtes in Berlin. „Die Vorstellung, dass deutsche Waffen über Saudi-Arabien an Salafisten und terroristische Gruppen in Nordafrika, Nigeria und Mali gelangen könnten, finde ich schlichtweg empörend“, so Jüsten weiter.

Der evangelische Vorsitzende der GKKE, Prälat Martin Dutzmann, kritisierte, dass Deutschland im ersten Halbjahr 2015 wieder deutlich mehr Rüstungsexporte genehmigt habe. Liefergenehmigungen in Drittstaaten machten auch im ersten Halbjahr 2015 immer noch fast die Hälfte aller deutschen Rüstungsexporte aus. Empfänger seien nach wie vor zahlreiche Länder mit einer schwierigen Menschenrechtssituation, mit internen oder regionalen Gewaltkonflikten.

Siehe auch:

Gibt es unter Schwarz-Rot einen Wandel in der deutschen Rüstungsexportpolitik?

In einer aktuellen Publikation des Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) zieht der Friedens- und Konfliktforscher Bernhard Moltmann eine Halbzeitbilanz der Rüstungsexportpolitik der Großen Koalition, die seit Dezember 2013 im Amt ist.

Bernhard Moltmann, Wende mit begrenzter Wirkung. Die Rüstungsexportpolitik der Großen Koalition seit 2013, HSFK-Standpunkte, Nr. 4/2015, Frankfurt/M.

Weitere Informationen und kostenloser Download als PDF: Aktueller HSFK-Standpunkt zur Rüstungsexportpolitik der Großen Koalition seit 2013, hsfk.de

IS kämpft auch mit deutschen Waffen: „Grauenhafte und weitreichende Folgen eines rücksichtslosen Waffenhandels“

Der „Islamische Staat“ (IS) nutzt Waffen aus aller Welt für seine Gräueltaten. Sie kommen vor allem aus den USA, aus Russland und den Staaten der ehemaligen Sowjetunion, aber auch aus Deutschland, wie etwa das G36 oder das G3 von Heckler & Koch, Walther-Pistolen oder das MG3 von Rheinmetall. Das geht aus dem Bericht „Taking Stock: The arming of Islamic State", den Amnesty International am 8. Dezember veröffentlicht hat, hervor.

Dafür habe die Menschenrechtsorganisation tausende Videos und Bilder verifiziert und von Experten analysieren lassen, erklärt sie. Sie könne damit belegen, dass die IS-Kämpfer Waffen benutzen, die hauptsächlich aus den Lagern der irakischen Armee stammten und in mehr als zwei Dutzend unterschiedlichen Ländern produziert worden seien. Diese Waffen seien in großen Mengen jahrzehntelang ungehindert und unkontrolliert in den Irak gelangt.

"Das große und vielfältige Waffenarsenal des IS ist geradezu ein Paradebeispiel für die grauenhaften und weitreichenden Folgen eines rücksichtslosen Waffenhandels", sagt Patrick Wilcken, Amnesty-Researcher für Waffenhandel. Schlechte Regulierungen und eine mangelhafte Übersicht über Waffenlieferungen in den Irak, über Jahrzehnte hinweg, hätten für den IS und andere bewaffnete Gruppen ideale Bedingungen geschaffen: Sie hätten ohne großen Aufwand an Waffen gelangen können, so Wilcken.

Siehe auch:

Deutsche Rüstungsexporte in den Irak

Bundesregierung genehmigt erneut Waffenexporte in Krisenstaaten

Mehreren Medienberichten zufolge hat die Bundesregierung wieder zahlreiche Waffenexporte in Krisenregionen genehmigt - unter anderem in den Oman, in die Vereinigten Arabischen Emirate und in den Libanon.

Das gehe aus einem Schreiben von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel an den Bundestag hervor. So habe der Bundessicherheitsrat der Waffenschmiede Heckler & Koch erlaubt, 48 Granatmaschinenwaffen, 1.600 vollautomatische Gewehre und 100 Maschinenpistolen an den Oman zu liefern. 14 vollautomatische Gewehre, 500 Maschinenpistolen und 63.000 Schuss Munition dürfe der Hersteller in die Vereinigten Arabischen Emirate exportieren, 215 vollautomatische Gewehre nach Brasilien und 100 Maschinenpistolen nach Indien. Der Libanon bekomme acht Maschinenpistolen und 25.000 Schuss Munition und Malaysia 100 Maschinenpistolen, 100 vollautomatische Gewehre und zehn Maschinengewehre.

Außerdem habe das geheimtagende Gremium der Firma Dynamit Nobel die Ausfuhr von 600 tragbaren Panzerabwehrwaffen nach Jordanien erlaubt und Atlas Elektronik den Export von Torpedozubehör des nach Ägypten. Daimler dürfe 180 Lastwagen an Algerien verkaufen.

Bundesregierung genehmigte im ersten Halbjahr 2015 deutlich mehr Waffenexporte

Von wegen restriktive Rüstungsexportpolitik: Wie die „Welt“ berichtet, sind die deutschen Rüstungsexporte in diesem Jahr stark angestiegen. Das gehe aus dem Zwischenbericht der Bundesregierung hervor, der der Zeitung vorliege.

Demnach habe die Bundesregierung allein im ersten Halbjahr 2015 Waffenexporte im Wert von 3,5 Milliarden Euro genehmigt. Damit lägen diese fast so hoch wie die Waffenexportgenehmigungen im gesamten Vorjahr (3,97 Milliarden Euro), so die „Welt“

Zudem seien in diesem Zeitraum im Vergleich zum Vorjahr auch wesentlich mehr Exportgenehmigungen an Drittländer erteilt worden. Betrugen sie laut der „Welt“ im ersten Halbjahr 2014 noch 1,42 Milliarden Euro, lagen sie in diesem Jahr bereits bei einem Wert von 1,67 Milliarden Euro.

Vervierfachung der Kleinwaffenexporte in Drittländer

Der Export von Kleinwaffen sei im ersten Halbjahr 2015 zwar stark zurück gegangen – von 21,3 auf 12,4 Millionen Euro – es seien jedoch nach wie vor Kleinwaffen im Wert von 5,75 Millionen Euro an Drittstaaten geliefert worden - darunter 3.000 Maschinenpistolen im Wert von 3,5 Millionen Euro an die Vereinigten Arabischen Emirate.

Insgesamt sind damit im ersten Halbjahr 2015 viermal so viele Kleinwaffen in Drittländer geliefert worden wie im Vorjahreszeitraum - damals belief sich der Wert der Genehmigungen auf 1,44 Millionen Euro.

Deutschland exportiert deutlich mehr Waffen, welt.de, 19.10.2015

Weitere Informationen

Bericht der Bundesregierung über ihre Exportpolitik für konventionelle Rüstungsgüter im ersten Halbjahr 2015

Weitere Berichte und Kommentare

Weapons go to conflict zones, the money comes to Germany, dw.com, 21.10.2015
Rüstungsexporte: Gabriel feiert vermeintlichen Erfolg, deutschlandfunk.de, 21.10.2015
Anstieg der Rüstungsexporte Opposition wirft Gabriel "hohles Gerede" vor, tagesschau.de, 21.10.2015
Kommentar: Keine Waffen in Krisengebiete, dw.de, 21.10.2015
Gabriels grenzenlose Waffenexporte, Pressemitteilung von Jan van Aken, jan-van-aken.de
Rüstungsexport: Fragwürdige Geschäfte, br.de, 21.10.2015
Fast die Hälfte problematische Ausfuhren Deutsche Rüstungsexporte für 3,5 Milliarden Euro in sechs Monaten, mz-web.de, 21.10.2015
Rüstungsexporte, ard.de, 21.10.2015
Mehr Rüstungsexporte, weniger Kleinwaffen, fr-online.de, 21.10.2015
Und täglich grüßt der Kriegsexport, Freitag.de, 20.10.2015

Mexiko: Artikel von Jürgen Grässlin zum Rüstungsexportskandal

Aufschrei-Sprecher Jürgen Grässlin gibt in der Fachzeitschrift ZivilCourage der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) einen tieferen Einblick in die Machenschaften führender Beamter und Politiker im Zusammenhang mit den illegalen Waffenlieferungen von Heckler & Koch nach Mexiko. Dabei weist er auch auf die gerade gestartete Unterschriftensammlung der Aufschrei-Kampagne „Export von Kleinwaffen und Munition stoppen!“ hin.

Jürgen Grässlin: „Netzwerk des Todes“: Neues Buch enthüllt die kriminellen Verflechtungen von Rüstungsindustrie, Behörden und Politik, Zivilcourage Nr. 4 – Oktober/November 2015 (PDF)

Regierung plant Rüstungsexporte in Krisenstaaten

Laut Informationen des ARD-Hauptstadtstudios will die Bundesregierung im kommenden Jahr 100 Millionen Euro für die innere Stabilisierung von Krisenstaaten beantragen und auch Rüstungsgüter in diese Länder exportieren. Dabei gehe um "Partnerstaaten" wie Tunesien, Irak, Mali, Jordanien und Nigeria.

Verteidigungs- und Außenministerium beantragen Mittel für Rüstungsexporte in Krisenstaaten, Pressemitteilung des ARD-Hauptstadtstudios, 16.09.2015

Siehe auch:

Unterrichtung über Rüstungsexporte: Jetzt auch Nennung der beteiligten Unternehmen

Aufgrund der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 21. Oktober 2014 hinsichtlich der Beantwortung parlamentarischer Anfragen zu Rüstungsexporten hat die Bundesregierung nun eine Anpassung der Geschäftsordnung des Bundessicherheitsrates beschlossen. Das geht aus einer Unterrichtung der Bundesregierung hervor.

Demnach wird sie künftig bei der Beantwortung parlamentarischer Fragen zu Rüstungsexporten auch die beteiligten deutschen Unternehmen und das Gesamtvolumen des Geschäfts nennen, zumindest sofern im Einzelfall keine verfassungsrechtlich geschützten Interessen einer Veröffentlichung entgegenstehen. Dies sei zum Beispiel der Fall, wenn sich aus der Nennung der Anzahl der Rüstungsgüter und des Gesamtvolumens der Einzelpreis berechnen lasse.

Unterrichtung durch die Bundesregierung. Neufassung der Geschäftsordnung des Bundessicherheitsrates, Drucksache 18/5773, 13.08.2015

Deutsche Waffenexporte im 1. Halbjahr 2015 stark angestiegen

Medienberichten zufolge hat die Bundesregierung im ersten Halbjahr 2015 deutlich mehr Waffenexporte genehmigt als im gleichen Vorjahreszeitraum. Besonders drastisch sei der Anstieg der Exporte in die arabischen Staaten und nach Nordafrika.

Das zeige die Antwort des Bundeswirtschaftministeriums auf eine schriftliche Anfrage des Linken-Politikers Jan van Aken. Aus ihr geht hervor, dass von Januar bis einschließlich Juni 2015 Einzelgenehmigungen für Rüstungsausfuhren im Wert von circa 3,3 Milliarden Euro – und damit 50 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum – sowie 73 Sammelausfuhrgenehmigungen mit einem Genehmigungswert von ebenfalls über drei Milliarden Euro erteilt worden sind. Der Wert von insgesamt 6,35 Milliarden Euro sei damit bereits fast so hoch wie im gesamten vergangenen Jahr, als die Bundesregierung Exporte im Gesamtwert von 6,5 Milliarden Euro erlaubt habe. Die Bundesregierung stimmte unter anderem dem Export eines U-Bootes nach Israel sowie der Lieferung von militärischen LKWs nach Algerien, von zwei Eisbrechern nach Russland und von zwölf „Fuchs“-Spürpanzern nach Kuwait zu.

Besonders drastisch fiel laut dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ der Anstieg der Exporte in die arabischen Staaten und nach Nordafrika aus. Hier habe sich die Summe von 219 auf 587 Millionen Euro mehr als verdoppelt.

Angesichts dieser Zahlen hat die Opposition die Bundesregierung und deren Rüstungsexportpolitik scharf kritisiert.

Weitere Infos

Rüstungsexporte: Neue Endverbleibskontrollen sind löchrig

Der Journalist, Friedensforscher und Leiter des Berliner Informationszentrum für Transatlantische Sicherheit (BITS) Otfried Nassauer hat sich die Eckpunkte der Bundesregierung zur Einführung der neuen Endverbleibskontrollen für deutsche Rüstungsexporte näher angesehen und findet darin einige relevante Schlupflöcher.

Problematisch sei, so Nassauer, dass die neue Regelung nur für Drittländer gelten solle, nicht also für EU-Staaten, NATO-Staaten und diesen exportrechtlich gleichgestellte Staaten. Zudem betreffe sie nur ganz bestimmte Güter. Ein Großteil der deutschen Rüstungsexporte sei davon ausgenommen.

Ende gut, alles gut? – Neue Endverbleibskontrollen für deutscher Rüstungsexporte, Otfried Nassauer, Originalbeitrag, 08.05.2015

Überprüfung des Endverbleibs: Bundeskabinett beschließt Post-Shipment-Kontrollen

Die Bundesregierung hat am 8. Juli die Einführung von sogenannten Post-Shipment-Kontrollen bei Rüstungsexporten in Drittländer beschlossen. Damit soll der Verbleib der gelieferten Waffen beim Empfängerland überprüft und eine unerlaubte Weitergabe unterbunden werden.

Wie aus dem Eckpunkte-Papier des Bundeswirtschaftsministeriums unter anderem hervorgeht, müssen die Empfängerstaaten der Bundesregierung dazu in einer Endverbleibserklärung das Recht zu diesen Vor-Ort-Kontrollen einräumen. Dies betrifft grundsätzlich alle Kriegswaffen und bestimmte Schusswaffen (Pistolen, Revolver und Scharfschützengewehre). Bei festgestellten Verstößen oder einer Verweigerung der zugesagten Kontrollen wird das jeweilige Empfängerland gemäß den " Politischen Grundsätzen der Bundesregierung für den Export von Kriegswaffen" von einer weiteren Belieferung mit Kriegswaffen und sonstigen Rüstungsgütern ausgeschlossen.

Weitere Informationen:

Ende gut, alles gut? – Neue Endverbleibskontrollen für deutscher Rüstungsexporte, Otfried Nassauer, Originalbeitrag, 08.05.2015

Bundesregierung will Entwicklung und Export von Panzern und U-Booten staatlich fördern

Wie der „Spiegel“ berichtet, will die Bundesregierung die Entwicklung von Panzern und U-Booten staatlich fördern. Eine geheim tagende Runde aus Staatssekretären habe sich kürzlich darauf geeinigt, diese Bereiche als sogenannte Schlüsseltechnologien zu definieren.

Dadurch könnten Rüstungsriesen wie Krauss- Maffei Wegmann oder ThyssenKrupp Marine Systems bei der Entwicklung neuer Waffensysteme staatliche Fördergelder erhalten. Auch der Export dieser Waffen soll vom Staat unterstützt werden, schreibt das Magazin.

Subventionen für Entwicklung von Panzern und U-Booten, spiegel.de, 26.06.2015

Bundesregierung bewilligt erneut Waffenlieferungen in Krisengebiete und menschenrechtsverletzende Staaten

Wie die “Welt“ berichtet, hat die Bundesregierung erneut umfangreiche Waffenlieferungen in die Golfregion sowie unter anderem nach Ägypten und Algerien erlaubt.

So habe der Bundessicherheitsrat die Lieferung von 15 deutschen Patrouillenbooten vom Typ 44m nach Saudi-Arabien sowie den Export von je einem Leopard-Kampfpanzer nach Katar und in den Oman genehmigt. Algerien erhalte einen Boxer-Radpanzer, der Irak 90 Lenkflugkörper und Jordanien 526 vollautomatische Gewehre. Weitere Rüstungsexporte gingen an Länder wie Ägypten, Algerien oder die Vereinigten Arabischen Emirate.

Dies gehe aus einem Schreiben von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) an den Bundestag hervor.

Deutschland liefert Panzer und Boote in Golfregion, welt.de, 26.06.2015

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Rüstungsexportbericht 2014: Deutlich mehr Kriegswaffen aus Deutschland exportiert

Die Bundesregierung hat im vergangenen Jahr zwar insgesamt weniger Rüstungsexporte genehmigt als im Vorjahr, die tatsächliche Ausfuhr von Kriegswaffen ist aber enorm angestiegen. Das geht aus ihrem Rüstungsexportbericht 2014 hervor, den das Kabinett am 24. Juni 2015 verabschiedet hat.

Demnach belief sich der Wert der Genehmigungen für deutsche Rüstungsexporte im Jahre 2014 auf 3,974 Milliarden Euro (2013 waren es 5,846 Milliarden Euro). Rund 60,5 Prozent davon entfielen auf Drittländern (2013 waren es 62 Prozent). Auch der Wert der Ausfuhrgenehmigungen für Kleinwaffen ist gesunken – auf 47,43 Millionen Euro. (2013 waren es 82,63 Millionen Euro). Rund die Hälfte davon ging allerdings an Drittländer.

Die tatsächliche Ausfuhr von Kriegswaffen hat sich aber insgesamt verdoppelt und liegt nun bei 1,823 Milliarden Euro, (2013: 957 Millionen Euro), wie die Aktion Aufschrei in einer Pressemitteilung kritisiert. Der Anteil der real erfolgten Ausfuhren an Drittländer lag sogar bei 77 Prozent (2013: 65 Prozent). Das ist ein neuer Negativrekord. Die meisten dieser Lieferungen gingen nach Israel, Korea, in die Vereinigten Arabischen Emirate und nach Brunei.

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ARD-Hauptstadtstudio: Gabriels neue "Kleinwaffengrundsätze" bringen nichts Neues

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) will Kleinwaffenexporte einschränken und schärfer kontrollieren. Tatsächlich bringen seine neuen "Kleinwaffengrundsätze" aber nichts Neues, meint Arnd Henze vom ARD-Hauptstadtstudio. Auch Grünen-Politikerin Katja Keul sehe darin keine Verschärfung der Rüstungsexporte, sondern sogar eine Lockerung.

Minister Gabriel und die Rüstungsexporte Die Sünden der Vergangenheit?, tagesschau.de, 19.05.2015

Süddeutsche Zeitung über den Nutzen der geplanten Kontrollen von Kleinwaffenexporten

Sigmar Gabriel hat angekündigt, die Kontrollen bei deutschen Kleinwaffenexporten zu verschärfen. Die Süddeutsche Zeitung geht der Frage nach, was die Maßnahmen überhaupt bewirken können und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis: Es sind zu wenig Kontrollen geplant und ob sie funktionieren sei fraglich. Außerdem sollen sie nur für Drittländer gelten, nicht für Nato- oder EU-Staaten.

Waffenexporte: Hallo, ist da noch was?, sueddeutsche.de, 07.05.2015

Wirtschaftsminister Gabriel will Kleinwaffenexporte künftig besser kontrollieren

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat gegenüber der Süddeutschen Zeitung, dem NDR und dem WDR erklärt, dass er Kleinwaffenexporte künftig strenger kontrollieren möchte.

So plane sein Ressort Inspektionen vor Ort, sogenannte "Post-Shipment-Kontrollen", berichten die Süddeutsche Zeitung und der NRD. Das gehe aus einem Eckpunktepapier des Ministeriums hervor. Zur Kontrolle des Endverbleibs der gelieferten Waffen sollen Botschaftsmitarbeiter nach einer gewissen Zeit nachschauen, ob die Waffen in den Empfängerländern noch vorhanden sind. Allerdings sollen die neuen Regeln nur für "Drittländer" gelten.

G-36-Lieferungen nach Mexiko: Zollfahnder werfen Heckler & Koch illegale Waffenexporte vor, sueddeutsche.de, 07.05.2015

Kleinwaffenexporte von "Heckler & Koch" Irgendwo nach Mexiko, tagesschau.de, 07.05.2015

Ist BND in illegale Waffenlieferungen an Unrechtsregime verwickelt?

Wie Recherchen des ARD-Magazins Monitor zeigen, soll der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) jahrelang in teilweise illegale Waffendeals mit brutalen Diktaturen wie Myanmar verwickelt gewesen sein.

So habe ein BND-Mitarbeiter im Jahr 2009 der Bremer Reederei "Beluga" Tipps geben, wie sie trotz EU-Waffenembargo gegen Myanmar Panzer, Raketen und Schusswaffen aus der Ukraine problemlos in das Unrechtsregime transportieren könne. Die Bremer Staatsanwaltschaft ermittle deswegen. Allerdings sei ihr der Klarname des Geheimdienstmitarbeiters nicht bekannt, weshalb die Ermittlungen derzeit stockten.

Waffen an Unrechtsregime – Die dubiose Rolle des BND, Monitor, wdr.de, 30.04.2015

Siehe auch:

Ermittlungen der Staatsanwaltschaft: BND-Mitarbeiter soll Waffenschiebern geholfen haben, sueddeutsche.de, 30.04.2015

Neue BITS-Datenbank gibt Auskunft über deutsche Waffengeschäfte

Die Berliner Informationsstelle Transatlantische Sicherheit (BITS) hat eine Datenbank erstellt, über die Informationen über geplante, laufende und abgeschlossene deutsche Rüstungsexportgeschäfte der letzten beiden Jahrzehnte abgerufen werden können.

Erfasst wird darin laut Aussage des Betreibers die gesamte Bandbreite von Rüstungsexporten, also nicht nur klassische Kriegswaffenexporte, sondern auch die Überlassung von Fertigungsunterlagen, Joint-Ventures mit ausländischen Rüstungsunternehmen, Technologietransfer oder die Zulieferung von Komponenten für ausländische Waffensysteme.

Die Informationen können nach Empfängerland, Waffenkategorie oder Rüstungsunternehmen gefiltert werden. Die Datenbank ist öffentlich und frei zugänglich und zu finden unter www.ruestungsexport-info.de

Neueste SIPRI-Zahlen zum weltweiten Waffenhandel: Deutschland bleibt Europameister beim Waffenexport

Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI (Stockholm International Peace Research Institute) hat, wie immer Mitte März, die neuesten Zahlen zum weltweiten Großwaffenhandel veröffentlicht. Demnach wuchs das Volumen des internationalen Transfers von Großwaffen in den vergangenen fünf Jahren im Vergleich zum Zeitraum 2005 bis 2009 insgesamt um 16 Prozent.

Entgegen diesem Trend sind die deutschen Rüstungsexporte während dieser Zeit laut SIPRI um 43 Prozent gesunken. Dennoch bleibe Deutschland in der Top Five der weltgrößten Waffenexporteure und befinde sich jetzt auf Platz vier – nach den USA, Russland und China. Die Bundesrepublik ist damit auch noch immer vor Frankreich der größte Waffenhändler Europas.

30 Prozent der deutschen Rüstungsexporte gingen in diesem Zeitraum SIPRI zufolge an andere europäische Staaten, gefolgt von den Staaten Asiens und Ozeaniens (26 Prozent), Nord- und Südamerikas (24 Prozent) und des Mittleren Ostens (20 Prozent). Die Hauptabnehmerländer deutscher Waffen waren die USA, Israel und Griechenland.

Obwohl die deutsche Regierung eine restriktivere Rüstungsexportpolitik angekündigt hatte, befanden sich nach SIPRI-Angaben im Jahr 2014 unter den deutschen Waffenexporten auch 33 Patrouillenboote für Saudi-Arabien, vier Fregatten für Israel, zwei Typ-209-U-Boote für Ägypten und 926 Transportpanzer für Algerien.

Die größten Waffenkäufer der Welt sind Indien, Saudi-Arabien und China.

Siehe auch:

Bericht des SIPRI-Instituts Mehr Waffen für die Welt, tagesschau.de, 16.03.2015

Rüstungsindustrie: China überholt Deutschland bei Waffenexporten, zeit.de, 16.03.2015

„Zeit“-Artikel über die neue Hoffnung der deutschen Rüstungsbranche

Es wird wieder aufgerüstet - die Ukraine-Krise und die aggressive russische Außenpolitik stimmt die deutschen Waffenhersteller hoffnungsfroh, meint Hauke Friederichs in der „Zeit“. Ein höherer Bedarf an Kriegsgerät in den Nato-Staaten mache es den Rüstungsfirmen zudem einfacher. Denn für Waffenausfuhren an Bündnispartner gebe es kaum politische Auflagen.

Waffenexporte: Die Ukraine-Krise belebt das Rüstungsgeschäft, zeit.de, 11.03.2015

Waffenexportgenehmigungen des Bundessicherheitsrats der letzten zwölf Jahre veröffentlicht

Wie die Süddeutsche Zeitung mitteilt, hat das Bundeswirtschaftsministerium auf Anfrage der Linken sämtliche Rüstungsexportgenehmigungen des Bundessicherheitsrats der vergangenen zwölf Jahre veröffentlicht.

Aus der Datensammlung gehe nicht nur hervor, welche Waffenexporte von welcher Regierung in welche Länder genehmigt worden seien, sondern auch, welche Unternehmen daran beteiligt gewesen seien, so die Süddeutsche. So falle etwa ein Drittel der Entscheidungen auf Produkte des Waffenherstellers Heckler & Koch. Außerdem beträfe ein großer Teil der Genehmigungsentscheidungen Saudi-Arabien.

Bundessicherheitsrat Waffen für die Saudis, sueddeutsche.de, 05.03.2015

Weitere Informationen:

Antwort der Bundesregierung auf Kleine Frage der Linken, Drucksache 18/3002

Auswertung der Antwort auf die Kleine Anfrage „Rüstungsexportentscheidungen des Bundessicherheitsrates“ durch Jan van Aken, 04.03.2015

Amnesty International: Flüchtlingskatastrophe steht im Zusammenhang mit Waffenexporten

Amnesty International hat seinen aktuellen Bericht zur Lage der Menschenrechte 2014/15 veröffentlicht. Dabei weist die internationale Menschenrechtsorganisation unter anderem darauf hin, dass die eskalierenden bewaffneten Konflikte zur größten Flüchtlingskatastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg geführt haben.

Wie der Südkurier berichtet, forderte die Generalsekretärin der deutschen Sektion von Amnesty International, Selmin Caliskan, bei der Vorstellung des Reports in Berlin von der Deutschen Bundesregierung, Waffenexporte besser zu kontrollieren. Denn da Waffenexporte Konflikte weltweit förderten, stünden sie in Verbindung zu den steigenden Flüchtlingszahlen. „Wir brauchen endlich Endverbleibkontrollen vor Ort, um sicherzustellen, dass deutsche Waffen nicht für Menschenrechtsverletzungen eingesetzt werden“, sagte Caliskan laut dem Südkurier und schlug vor, den Menschrechtsbeauftragten der Bundesregierung in den Rang eines Staatsministers zu heben. Nur in dieser Position könne er Einfluss darauf nehmen, an welche Länder Waffen verkauft werden und an welche nicht.

Politik „Ein katastrophales Jahr“, suedkurier.de, 25.02.2015
Statement von Selmin Çalışkan zum neuen Amnesty Report, amnesty.de
Internationale Gemeinschaft versagt beim Schutz der Zivilbevölkerung, amnesty.de, 25.02.2015
Jahresbericht 2014/15: Internationale Gemeinschaft versagt beim Schutz der Zivilbevölkerung, Pressemitteilung, amnesty.de, 25.02.2015

Aus den Augen aus dem Sinn: Warum der Endverbleib von deutschen Kleinwaffen kaum kontrolliert wird

Wie der Deutschlandfunk in einem Beitrag aufzeigt, könnte man mit Ortungschips und anderen Technologien den Endverbleib von Kleinwaffen kontrollieren und verhindern, dass Unbefugte die Waffen verwenden. Doch dazu fehle der politische Wille.

Rüstungsexport: Woran die Kontrolle verkaufter Waffen scheitert, deutschlandfunk.de, 14.02.2015

Bundesregierung genehmigte 2014 wieder zahlreiche Rüstungsexporte an Drittländer

Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung hat die Bundesregierung im vergangenen Jahr Rüstungsexporte im Wert von 3,97 Milliarden Euro genehmigt und damit weniger als 2013 (5,8 Milliarden Euro).

60 Prozent der Exportgenehmigungen habe sie aber wieder für Lieferungen in Drittländer erteilt - unter anderem an Saudi-Arabien, das sich auf Platz sechs der zehn wichtigsten Empfängerländer befinde. Außerdem haben sich die tatsächlichen Kriegswaffenausfuhren im Jahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr sogar verdoppelt.

Das alles geht, so die Süddeutsche, aus neuen, noch vorläufigen Zahlen hervor, die das Wirtschaftministerium den Linken auf eine schriftliche Frage hin mitgeteilt hat.

Wirtschaftsministerium Weniger Genehmigungen für Rüstungsexporte, sueddeutsche.de, 09.02.2015

Statistisches Bundesamt hält auf Wunsch der Rüstungsindustrie Exportdaten geheim

Das Statistische Bundesamt wollte künftig monatlich die Daten zu den deutschen Rüstungsexporten publizieren und damit für mehr Transparenz sorgen (siehe hier). Doch daraus wird wohl nichts, berichtet Zeit Online. Obwohl das Bundeswirtschaftministerium der Veröffentlichung zugestimmt habe, würden voraussichtlich die meisten Daten geschwärzt – und zwar damit die Geschäftsgeheimnisse der Waffenschmieden nicht verletzt werden.

Waffenexporte: Statistisches Bundesamt verschleiert Rüstungsdaten, zeit.de, 21.01.2015

Statistisches Bundesamt will Rüstungsexportzahlen öffentlich machen

Möglicherweise wird das Statistische Bundesamt in Zukunft auch bislang geheime Exportdaten zu Rüstungsgütern veröffentlichen – wenn das Bundeswirtschaftministerium dem zustimmt. Ausschlaggebend für diesen Schritt ist eine Anfrage von Zeit Online.

Denn das Internetportal habe sich schon vor Monaten bei dem Amt um Daten aus dem Kriegswaffenregister bemüht, erklärt es in einem Artikel. Im Herbst habe die Redaktion dann eine Datenreihe über den Export von Kleinwaffen, die bisher unter die Geheimhaltung fiel, erhalten und daraufhin weitere Daten angefragt.

Jetzt plane das Statistikamt, künftig auch alle Warennummern der Kriegswaffenliste zu veröffentlichen – sofern das Wirtschaftsministerium zustimme. Wie viele Informationen dadurch öffentlich zugänglich sein werden, sei, so Zeit Online, allerdings fraglich. Denn das Statistikamt wolle vorher allen Rüstungsfirmen Gelegenheit geben, ihre Geheimhaltungsinteressen geltend zu machen. Dadurch könnten die Daten weiterhin geschwärzt sein. Anders als früher kehre sich damit aber die Beweislast um: Alles werde veröffentlicht, es sei denn, die Industrie lege ein Veto ein.

Rüstungsexporte: Statistisches Bundesamt will Rüstungsdaten veröffentlichen, zeit.de, 16.12.2014

GKKE-Bericht belegt: Es gibt kein Kurswechsel in deutscher Rüstungsexportpolitik

Es gibt eklatante Widersprüche zwischen dem bestehenden strengen Regelwerk und der laxen Genehmigungspraxis für Rüstungsexporte, meint Volker Kasch von Misereor. Dies zeige der Rüstungsexportbericht 2014 der Gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE). Der von der GKKE in all ihren Berichten eingeforderte friedenspolitisch dringend gebotene Kurswechsel einer restriktiven Genehmigungspraxis sei auch unter Schwarz-Rot nicht erkennbar.

GKKE-Bericht belegt: Kein Kurswechsel der deutschen Rüstungsexportpolitik, Dr. Volker Kasch, misereor.de, 09.12.2014

GKKE-Rüstungsexportbericht 2014

Am 8. Dezember 2014 stellte die Gemeinsame Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) ihren Rüstungsexportbericht 2014 vor. Sie kritisiert darin unter anderem die Exportgenehmigungen der Bundesregierung an Länder außerhalb von EU und Nato (Drittländer), die sich mit 63,5 Prozent und einem Gesamtwert von 1,4 Milliarden Euro auf einem Rekordhoch befänden. Besondere Sorgen bereite dabei die weiter steigende Bedeutung nordafrikanischer Staaten und von Ländern aus dem Nahen und Mittleren Osten als Abnehmer deutscher Rüstungsgüter, erklärte die GKKE in einer Pressemitteilung.

„Erst wenn die Rüstungslieferungen in Drittstaaten, in Konfliktregionen und in Länder mit einer bedenklichen Menschenrechtssituation signifikant und anhaltend zurückgehen, ist die angekündigte Kehrtwende in der Rüstungsexportpolitik, die wir immer wieder gefordert haben, umgesetzt“, bewertet Prälat Dr. Karl Jüsten, der katholische Vorsitzende der GKKE die aktuelle deutsche Rüstungsexportpolitik.

GKKE-Rüstungsexportbericht 2014 (PDF)
GKKE fordert Umsetzung der angekündigten Kehrtwende in der Rüstungsexportpolitik, gkke.org, 8.12.2014

Siehe auch:

Umfrage: Bundesbürger für strengere Regeln bei Waffenexporten

Die große Mehrheit der Bundesbürger spricht sich für strengere Regeln bei Waffenexporten und gegen ein stärkeres militärisches Engagement Deutschlands aus. Das ist ein Ergebnis einer aktuellen repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid im Auftrag des "Greenpeace Magazins".

Wie das Magazin in einer Pressemitteilung erklärt, haben bei der Befragung 74 Prozent der Bundesbürger der Aussage, Waffenexporte sollten "stärker eingeschränkt werden" zugestimmt. Nur 44 Prozent hätten Waffenlieferungen "an Staaten oder Gruppen, die von einem Aggressor bedroht werden" befürwortet. Sehr gering sei auch die Zustimmung für Waffenexporte "an Staaten mit schwelenden Konflikten" (13 Prozent) oder "an Diktaturen" (4 Prozent).

Auch der Ruf nach einem stärkeren militärischen Engagement Deutschlands kommt bei den Deutschen nicht gut an. So finden 61 Prozent der Befragten dies laut dem „Greenpeace Magazin“ "eher schlecht" oder sogar "sehr schlecht". Statt dessen plädierten 90 Prozent für "Diplomatie und Vermittlung" und fast ebenso viele für "humanitäre Hilfseinsätze" und "zivile Projekte zur Aussöhnung und Friedenssicherung".

Deutsche sind für strengere Regeln bei Waffenexporten, presseportal.de, (Pressemitteilung des Greenpeace Magazins), 26.11.2014
Deutsche gegen Waffenexporte, greenpeace-magazin.de, 28.11.2014

Rüstungsexporte in Drittländer: Ausverkauf deutscher Rüstungstechnologie

Befürworter von Waffenexporten argumentieren mit dem Erhalt von Arbeitsplätzen und Know-how. Doch tatsächlich seien Exporte in Drittstaaten nur kurzfristig profitabel, meint Philipp Dienstbier vom Global Public Policy Institute in Berlin in einem Gastbeitrag auf zeit.de. Langfristig gesehen würden sie der deutschen Rüstungsindustrie das Wasser abgraben und ihr durch diese Technologietransfers die Konkurrenz von morgen schaffen.

Waffen: Der Ausverkauf deutscher Rüstungstechnologie, zeit.de, 16.11.2014

Polizeiausstattung aus Deutschland im Einsatz autoritärer Staaten gegen eigene Bevölkerung

Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, verkaufen deutsche Firmen Polizeiausrüstung wie Tränengas oder Spezialfahrzeuge ganz legal auch an autoritär regierte Länder – etwa nach China oder Algerien. Dort wird sie von der Polizei eingesetzt, um die eigenen Bevölkerung zu unterdrücken.

Umstrittene Exporte von Sicherheitsprodukten Deutsche Firmen liefern Polizeiausrüstung an autoritäre Regime, br.de, Report München, 11.11.2014
Deutsche Exporte Polizeiausrüstung für autoritäre Staaten, br.de, 11.11.2014

Waffen auf Abwegen: IS kämpft angeblich auch mit deutschen Waffen

Nach Medienberichten soll die Terrororganisation IS im Besitz deutscher Handgranaten sein. Wie die Waffen in die Hände des IS gelangten, sei unbekannt. Dies zeigt in jedem Fall sehr deutlich, dass die Kontrolle des Endverbleibs von deutschen Waffenexporten nicht funktioniert.

Handgranaten in Video gezeigt: IS verfügt über deutsche Waffen, n-tv.de, 23.10.2014
Deutsche Waffen bei IS: "Der Endverbleib ist letztlich nicht zu kontrollieren", n24.de, 22.10.2014

Bundesverfassungsgericht: Geheimhaltung der Regierung über mögliche Waffendeals erlaubt

Die Regierung muss das Parlament nicht vorab über mögliche Waffenexporte informieren, aber auf konkrete Anfragen zu bereits getroffenen Rüstungsexportentscheidungen antworten. Das entschied jetzt das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe.

Wie aus Medienberichten hervorgeht, begründeten die Richter ihr Urteil damit, dass die Informationsrechte des Parlaments nicht so weit reichten. Die Abgeordneten hätten erst nach Abschluss des Genehmigungsverfahrens Anspruch auf Information. Geklagt hatten die Grünen-Bundestagsabgeordneten Hans-Christian Ströbele, Claudia Roth und Katja Keul.

Bundesverfassungsgericht Rüstungsexporte dürfen geheim bleiben, deutschlandfunk.de, 21.10.2014
Bundesverfassungsgericht Regierung darf Anbahnung von Rüstungsexporten geheim halten, sueddeutsche.de, 21.10.2014
Bundesverfassungsgericht: Regierung darf Planung von Rüstungsexporten geheim halten, zeit.de, 21.10.2014
BVerfG-Urteil zu Rüstungsexporten: Kein früherer Bescheid für Bundestag, tagesschau.de, 21.10.2014

Doch das Urteil hat auch sein Gutes - denn es zwingt die Regierung, ihre bislang nicht verfassungskonforme Praxis zu ändern, meint Stephan Möhrle von der DFG-VK in einem Kommentar zu der Entscheidung.

Weitere Informationen:

Außenminister Steinmeier möchte nicht für Rüstungsexporte zuständig sein

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel hatte kürzlich vorgeschlagen, ab der nächsten Legislaturperiode dem Auswärtigen Amt die Verantwortung für Rüstungsexporte zu übertragen. Davon hält Außenminister Frank-Walter Steinmeier aber gar nichts, wie der Spiegel berichtet.

Zuständigkeit der Ministerien: Steinmeier lehnt Verantwortung für Rüstungsexporte ab, spiegel.de, 15.10.2014

Große Koalition genehmigt fast so viele Rüstungsexporte an Drittstaaten wie Vorgängerregierung

Trotz vollmundiger Ankündigungen einer restriktiveren Rüstungsexportpolitik wurden bislang unter Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) fast so viele Waffenlieferungen an Drittstaaten genehmigt wie unter Schwarz-Gelb.

Das berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf den Zwischenbericht der Bundesregierung über die Rüstungsexporte im ersten Halbjahr 2014. Aus diesem Bericht gehe hervor, dass allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres Genehmigungen für die Ausfuhr von Rüstungsgütern in Drittländer in Höhe von etwa 1,42 Milliarden Euro erteilt worden seien. Im ersten Halbjahr 2013 habe dieser der Wert bei knapp 1,49 Milliarden Euro gelegen.

Deutsche Rüstungsindustrie Export in Drittstaaten läuft auch unter Gabriel, sueddeutsche.de, 14.10.2014

Weitere Informationen:

Weitere Berichte:

Milliardenexporte von Dual-Use-Gütern in Krisengebiete

Wie der „Tagesspiegel“ mitteilt, hat die Bundesregierung allein im ersten Halbjahr 2014 fast fünftausend Genehmigungen für den Exporte von sogenannten Dual-Use-Gütern erteilt, also für Waren, die sowohl für zivile als auch für militärische Zwecke genutzt werden können. Das gehe aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage von Jan van Aken (Linke) hervor.

Der Gesamtwert dieser Exporte beläuft sich dem Blatt zufolge auf rund 2,3 Milliarden Euro. Mehr als die Hälfte dieser Lieferungen seien in Krisenregionen gegangen und an menschenrechtsverletzende Staaten.

Dual-Use-Güter: Bund genehmigt riskante Milliarden-Exporte in Krisenländer, tagesspiegel.-de, 11.10.2014

Schmidt-Debré-Abkommen: KMW könnte durch Fusion mit Nexter deutsche Rüstungsexportbeschränkungen umgehen

Der Panzerbauer Krauss-Maffei Wegmann (KMW) möchte mit dem französischen Rüstungsbetrieb Nexter fusionieren - vermutlich um die deutschen Rüstungsexportbeschränkungen zu umgehen (siehe auch: Fusion von Krauss-Maffei Wegmann und Nexter). Dieser Plan könnte aufgehen. Der Grund: das sogenannte Schmidt-Debré-Abkommen.

Wie tagesschau.de berichtet, wurde dieses Abkommen im Jahr 1972 vom damaligen deutschen Verteidigungsminister Helmut Schmidt und seinem französischen Amtskollegen Michelle Debré unterzeichneten. Darin hätten, so tagesschau.de, beide Staaten vereinbart, sich gegenseitig bei gemeinsamen Rüstungsprojekten in Sachen Exportgenehmigungen freie Hand zu lassen. Eine Kopie des Abkommens, das eigentlich der Öffentlichkeit nicht zugänglich sei, liege dem ARD-Hauptstadtstudio vor.

Gabriels Nein zu Panzergeschäften: Verbot ohne Wirkung?, tagesschau.de, 08.10.2014

IMI-Studie: Die militärisch-machtpolitischen Hintergründe des TTIP

Gegen die „Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft“ (Transatlantic Trade and Investment Partnership, TTIP) gibt es wegen ihren sozialen und ökologischen Fragen immer stärkeren Widerstand in der Bevölkerung. Warum TTIP auch aus friedenspolitischer Sicht hochgradig problematisch ist, macht eine Studie der Informationsstelle Militarisierung (IMI) vom 6. Oktober 2014 deutlich.

Deren Autor, Tim Schumacher, zeigt darin auf, dass das Abkommen eine Vertiefung der transatlantischen Rüstungskooperation und einen europäischen Rüstungsschub bewirken soll. Zusammenfassend heißt es: "All diese Auswirkungen des Abkommens fördern die ohnehin schon gefährlichen Tendenzen zu einer weiteren Blockbildung im internationalen System und leisten einer weiteren Militarisierung im Westen Vorschub. Aus diesem Grund sollte das Abkommen auch in der Friedens- und Antikriegsbewegung künftig stärkere Beachtung finden."

IMI-Studie 2014/05: Geopolitischer Sprengstoff: Die militärisch-machtpolitischen Hintergründe des TTIP, von Tim Schumacher, imi-online.de, 06.10.2014

Wagner (IMI): „Rede Gabriels ist Grundsatzprogramm zur Stärkung der deutschen Rüstungsindustrie“

Jürgen Wagner, geschäftsführender Vorstand der Tübinger Informationsstelle Militarisierung (IMI), hat die Grundsatzrede von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel über die deutsche Rüstungsexportpolitik genau unter die Lupe genommen. Und er kommt zu dem Schluss, dass sich die Rede bei genauem Hinsehen als „ein hochgradig problematisches Grundsatzprogramm zur Stärkung der deutschen Rüstungsindustrie“ entpuppe.

IMI-Standpunkt 2014/056: Gabriels Strategie zur Stärkung der Rüstungsindustrie, Jürgen Wagner, imi-online.de, 09.10.2014

Grässlin: “Mit Waffenlieferungen wird Öl ins Feuer von Krisen und Kriegen gegossen“

Jürgen Grässlin, Bundessprecher der DFG-VK und einer der Sprecher der Aufschrei-Kampagne, geht in einem Artikel im Debattenmagazin „The European“ der Frage nach, ob es gerechte Rüstungsexporte gibt.

Beihilfe zum Massenmord, Jürgen Grässlin, theeuropean.de, 09.10.2014

Bundesregierung billigt umfangreiche Waffenlieferungen an menschenrechtsverletzende Staaten

Die deutsche Bundesregierung hat erneut umfangreiche Rüstungsexporte an Staaten mit problematischer Menschenrechtslage wie Katar oder Saudi-Arabien genehmigt. Das berichtete die Süddeutsche Zeitung.

So habe der Bundessicherheitsrat zum Beispiel die Ausfuhr von 13 Transportpanzern und 32 gepanzerten Spähfahrzeugen an Katar erlaubt. An die Vereinigten Arabischen Emirate sei der Export von vier Pionierpanzern sowie 3012 Maschinenpistolen, 20.000 Mörsergranatzündern und umfangreicher Munition genehmigt worden. Saudi-Arabien erhalte ebenfalls einen Pionierpanzer sowie sechs Wirkmittelwurfanlagen, sechs fernbedienbare leichte Waffenstationen mit Waffenrüstsatz sowie Prototypen für Aufklärungs- und Beobachtungssysteme. Algerien bekomme 88 Allradfahrzeuge "mit militärischer Ausrüstung“, Jordanien 1.027 vollautomatischen Maschinengewehre und 47 Maschinenpistolen und Kuwait eine Granatmaschinenwaffe. Und an den Oman sollen 500 Maschinenpistolen sowie mehrere Maschinengewehre und vollautomatische Gewehre zur Erprobung geliefert werden.

Von der Opposition werden diese Genehmigungen laut der Süddeutschen Zeitung heftig kritisiert.

Arabische Staaten: Bundesregierung genehmigt umstrittene Waffenexporte, sueddeutsche.de, 02.10.2014

Übersicht über Genehmigungen des Bundessicherheitsrates und des Vorbereitenden Ausschusses

Weitere Informationen:

Rüstungslobby im Bundestag: Lobbycontrol fordert, Nebentätigkeiten der Abgeordneten besser zu kontrollieren

Der Austausch zwischen Rüstungslobbyisten und der Politik ist eng, vermeldet die Organisation Lobbycontrol. So pflege sowohl das Spitzenpersonal der Bundesregierung als auch Bundestagsabgeordnete regen Kontakt zur Rüstungswirtschaft.

Einige Abgeordnete haben sogar ehrenamtliche Funktionen in rüstungspolitischen Organisationen. Zwar müssten alle Abgeordneten ihre Nebentätigkeiten – egal ob bezahlt oder ehrenamtlich – innerhalb von drei Monaten bekannt geben, so Lobbycontrol, aber bei der Offenlegung von Funktionen sei es schon früher zu Nachlässigkeiten gekommen, wie auch das Beispiel der Abgeordneten Hellmich, Manderla und Otte zeigten. Daher fordert der Verein die Bundesstagsverwaltung auf, die Veröffentlichung der Nebentätigkeiten von Abgeordneten endlich wirksam zu kontrollieren und bei Falschangaben Sanktionen zu verhängen.

Fragwürdige Ehrenämter: Die Rüstungslobby im Bundestag. lobbycontrol.de, 04.08.2014

Ex-Verfassungsgerichtspräsident hält Bundessicherheitsrat für verfassungswidrig

Der ehemalige Verfassungsgerichtspräsident Hans-Jürgen Papier hält den Bundessicherheitsrat für verfassungswidrig. Das sagte er in einem Interview mit der „Welt“. Da die Verfassung ein Friedensgebot enthalte, sei es zudem erwägenswert, die Genehmigungspraxis zu verschärfen, so Papier.

Rüstungsgüter: Welches Gremium darf Waffenexporte genehmigen?, welt.de, 06.09.2014

Kleinwaffenexporte im ersten Halbjahr 2014 deutlich gestiegen

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, hat die Bundesregierung im Vergleich zum letzten Jahr im ersten Halbjahr 2014 deutlich mehr Genehmigungen für Kleinwaffenexporte erteilt. Der Wert sei von 27 Millionen Euro auf 39 Millionen Euro gestiegen.

Das gehe aus einer Antwort auf eine Anfrage der Linken hervor, die der Zeitung vorliege. Nur in die Mena-Staaten (Staaten des Nahen und Mittleren Ostens sowie Nordafrika) durfte nicht mehr so viel exportiert werden wie noch im Vorjahr. Der Gesamtwert der Genehmigungen für Ausfuhren dorthin sei, so die Süddeutsche, im ersten Halbjahr 2014 auf ein gutes Achtel des Vergleichswerts aus dem ersten Halbjahr 2013 gesunken. Dennoch durften weiterhin Kleinwaffen in den Oman, die Vereinigten Arabischen Emirate, den Libanon und nach Saudi-Arabien und den Jemen exportiert werden.

Waffenexporte Weniger deutsche Kleinwaffen für Nahost, sueddeutsche.de, 04.09.2014

Einfluss der Rüstungslobby auf die Politik

Der Wechsel von Ex-Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) zu Rheinmetall sei nur ein besonders extremer Fall der Verflechtung von Politik und Rüstungsindustrie, meint „Der Freitag“. Die Wirtschaft nehme an vielen Punkten Einfluss.

So träfen sich beispielsweise Führungskräfte aus Politik, Verwaltung, Militär und Wissenschaft regelmäßig mit Vertretern der Waffenindustrie in der Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS) - dem zentralen Think-Tank der deutschen Sicherheitspolitik - oder bei Gesprächsrunden und Parlamentarischen Abenden der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik. Deswegen sei es auch so schwierig, eine restriktive Rüstungsexportpolitik in Deutschland durchzusetzen, so der "Freitag"

Gut gerüstet, freitag.de, 11.08.2014

Rüstungsexportgenehmigungen: Zweifel an Rechtsmäßigkeit des Verfahrens

 In Deutschland werden Rüstungsexporte vom Bundessicherheitsrat genehmigt. Dieses Verfahren könnte verfassungswidrig sein. Das geht aus einem Bericht des „Spiegel“ und aus einem Artikel des Journalisten und BITS-Leiters Otfried Nassauer hervor.

Das Grundgesetz schreibe vor, dass die Bundesregierung über Kriegswaffenexporte zu entscheiden habe, erklärte der Juraprofessor Volker Epping dem „Spiegel“. Doch in dem geheim tagenden Bundessicherheitsrat sei nur ein Teil der Minister versammelt. Um verfassungskonform zu sein, müssten die Entscheidungen des Bundessicherheitsrates dem gesamten Kabinett noch einmal vorgelegt und von diesem absegnet werden, so Epping zum "Spiegel"..

Zu dem gleichen Schluss kommt der Journalist Otfried Nassauer, der auch das Berliner Informationszentrum für Transatlantische Sicherheit, BITS, leitet. Und er stellt obendrein die Frage, ob all die früheren Entscheidungen des Bundessicherheitsrates über die Genehmigung von Rüstungsexporten überhaupt (verfassungs)rechtlich einwandfrei zustande kamen.

Rüstungsexportgenehmigungen im Bundessicherheitsrat Eine verfassungswidrige Praxis? Otfried Nassauer, 10.08.2014

Kritik an Bundessicherheitsrat: Verfassungsrechtler stellen Waffenexport-Kontrolle infrage, spiegel.de, 10.08.2014

Bundesregierung gibt grünes Licht für Waffenexporte nach Israel, Ägypten und Kolumbien

Medienberichten zufolge hat der Bundessicherheitsrat drei weitere umstrittene Rüstungsexporte gestattet. Nach Israel werde ein U-Boot geliefert und nach Ägypten Hubschrauberersatzteile. Kolumbien erhalte Bausätze für zwei U-Boote.

Das habe Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) einigen Bundestagsabgeordneten in einem Schreiben mitgeteilt.  Agnieszka Brugger, Sprecherin für Sicherheitspolitik und Abrüstung der Grünen, kritisierte diese Exportgenehmigungen scharf und warf der Bundesregierung Unverantwortlichkeit in der Rüstungsexportpolitik vor. Mit Kolumbien, Ägypten und Israel genehmige die Bundesregierung erneut die Lieferung von Kriegswaffen und Rüstungsgütern in Regionen mit aktuell sehr instabiler und fragiler Sicherheitslage, erklärte Brugger.

Rüstungsexport Gabriel genehmigt U-Boot-Lieferung nach Israel, fr-online.de, 16.06.2014
Export nach Israel: Gabriels heikler U-Boot-Deal, spiegel.de, 16.06.2014
Rüstungsexporte nach Israel, Kolumbien und Ägypten genehmigt, focus.de, 16.07.2014
Rüstungsexporte: Abschied von einer restriktiven Rüstungsexportpolitik, Pressemitteilung, gruene-bundestag.de, 16.07.2014

Grässlin: "Waffenlieferungen an Krisenstaaten sind Beihilfe zum Mord"

Waffenlieferungen an Drittländer wie Algerien, Katar, Saudi-Arabien und Indonesien sind Beihilfe zum Mord. Das sagte Jürgen Grässlin, einer der Sprecher der Aufschrei-Kampagne, im Gespräch mit dem Donaukurier.

Außerdem erklärte Grässlin, dass Deutschland extrem wenig von der deutschen Rüstungsindustrie profitiere. Nur 80.000 Arbeitsplätze hingen hierzulande direkt von der Rüstungsindustrie ab. Dagegen seien die Folgen deutscher Rüstungsexporte in den Empfängerländern desaströs.

„Beihilfe zum Massenmord“, donaukurier.de, 04.07.2014

Verbindlichkeit bei Vorabzusagen für Rüstungsexporte: Bundesverfassungsgericht will Klarheit

Sind Vorabzusagen bei Rüstungsgeschäften verbindlich oder nicht? Diese Frage soll die Regierung dem Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, beantworten. Das berichtet die taz, der sein Schreiben dazu vorliegt.

Anlass für die Nachfrage sei, so die taz, die Klage des Grünen-Abgeordneten Christian Ströbele, der mehr Transparenz bei Rüstungsexporten einfordert - unter anderem die Information des Parlaments über Vorabzusagen an Rüstungsunternehmen. Das habe die Regierung bisher mit der Begründung abgelehnt, dass diese unverbindlich seien. Im Mai jedoch habe sie die große Anzahl der Rüstungsexportgenehmigungen im Frühjar 2014 damit begründet, dass diese auf rechtlich verbindlichen Exportzusagen der vorangegangenen Jahre beruhten und erklärt, dass der neue Wirtschaftsminister, Sigmar Gabriel, nichts dafür könne.

Streit um Rüstungsexporte: Deutsche Waffenschieberei, taz.de, 14.06.2014

Rüstungsexportbericht 2013 bezeugt expansive Genehmigungspolitik

Die Bundesregierung hat am 11. Juni 2014 ihren Bericht über ihre Exportpolitik für konventionelle Rüstungsgüter im Jahr 2013 verabschiedet. Erstmals informiert sie damit die Öffentlichkeit schon vor der Sommerpause über die erteilten Rüstungsexportgenehmigungen und Kriegswaffenausfuhren des Vorjahres. Das geht aus einer Pressemitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums hervor. Das Volumen der erteilten Einzelgenehmigungen sei gegenüber dem Vorjahr um 1,1 Milliarden Euro auf 5,8 Milliarden Euro gestiegen. Der Anteil der für Drittländer erteilten Ausfuhrgenehmigungen habe bei rund 62 Prozent gelegen und sei damit um etwa sieben Prozent höher als im Vorjahr.

Damit befinden sich die Einzelausfuhrgenehmigungen auf einem Allzeithoch., kritisiert die Kampagne Aktion Aufschrei in einer Pressemitteilung. Davon seien fast zwei Drittel für Lieferungen in Drittländer geben worden. Zudem habe der Kleinwaffenexport historische Höchstwerte erreicht. „Die schwarz-gelbe Bundesregierung hat 2013 den Waffenhandel in den entscheidenden Segmenten auf schier unglaubliche Negativrekorde hochgeschraubt“, erläutert Jürgen Grässlin einer der Kampagnen-Sprecher.

Weitere Kommentare zum Rüstungsexportbericht 2013 in den Medien

Skrupellose Waffenexporte

Rüstungsexportregeln werden aufgeweicht, Amtsträger bestochen und Waffen an Krisenländer geliefert. Die Süddeutsche hat sich unter anderem mit Friedensforschern über das weltweite Geschäft mit Rüstungsgütern unterhalten.

Forschung zu Waffenexporten: Einfach skrupellos, sueddeutsche.de, 03.06.2014

Große Koalition genehmigt Waffenlieferungen in Krisenländer

Am 4. Juni hat die Bundesregierung die Geschäftsordnung des Bundessicherheitsrates geändert. Künftig wird er dem Parlament unverzüglich nach erfolgten Rüstungsexportgenehmigungen davon berichten. Entsprechend dieser neuen Informationspolitik teilte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) Medienberichten zufolge noch am selben Tag dem Parlament die kürzlich vom Bundessicherheitsrat genehmigten Waffenlieferungen mit. Besonders brisant ist: Die Rüstungsgüter gehen in Krisenländer im Nahen Osten und in Nordafrika – und zwar in den Libanon, nach Saudi-Arabien, Ägypten und Algerien.

Die Opposition kritisiert diese Rüstungsexporte scharf. So erklärt der Rüstungsexperte der Linken, Jan van Aken, dazu in einer Auswertung dieser Veröffentlichung, dass die Große Koalition damit deutlich mache, dass sie gewillt sei, auch weiterhin an Menschenrechtsverletzer zu liefern. „Trotz Militärputsch und EU-Waffenexportbeschränkungen werden weiter Rüstungsgüter nach Ägypten geliefert“, erklärt van Aken. Saudi-Arabien erhalte sogar Ausrüstung für Scharfschützen, besonders geeignet auch zur inneren Unterdrückung. Und dies, obwohl das Land erst vor drei Jahren in Bahrain einmarschierte, um den dortigen Aufstand niederzuschlagen.

Außerdem hält van Aken die neuen Transparenzregelungen der Bundesregierung für unzureichend. Gabriel veröffentliche gerade mal sechs von insgesamt rund 17.000 Genehmigungen jährlich, so der Linken-Politiker. Und selbst dabei fehlten noch ganz zentrale Informationen wie zum Beispiel der Wert der genehmigten Rüstungsgüter. „Echte Transparenz wäre, alle Genehmigungen zeitnah online zu stellen, darunter auch die Voranfragen, die bislang gar nicht veröffentlicht werden. Außerdem sollte die Bundesregierung in jedem Einzelfall begründen müssen, warum eine bestimmte Genehmigung erteilt wurde“, fordert van Aken.

Rüstungsexporte: Entscheidungen des Bundessicherheitsrates im Mai 2014, Jan van Aken, jan-van-aken.de, 04.06.2014
Waffenhandel Gabriel genehmigt Rüstungsexporte in Nahen Osten, fr-online.de (Frankfurter Rundschau), 04.06.2014
Neue Informationspolitik: Bundesregierung genehmigt Rüstungsexporte in Nahen Osten, spiegel.de, 04.06.2014
Kabinett Regierung will schneller über Rüstungsexporte informieren, stern.de/dpa, 04.06.2014
Regierung informiert den Bundestag künftig früher, handelsblatt.com, 04.06.2014

Neue Informationspolitik bei Rüstungsexporten

Die Bundesregierung hat am 4. Juni 2014 beschlossen, das Parlament künftig unverzüglich über erfolgte Rüstungsexportgenehmigungen zu informieren, statt wie bislang üblich nur einmal pro Jahr.

Dazu hat sie laut eigenen Angaben die Geschäftsordnung des über Rüstungsexporte entscheidenden und geheim tagenden Bundessicherheitsrates entsprechend ergänzt. Informiert werde, so die Bundesregierung, über Art und Umfang des Exportgutes sowie über das Empfängerland.

Die Grünen kritisierten den Kabinettsbeschluss der Frankfurter Rundschau zufolge als unzureichend, da weiter nicht über Voranfragen informiert und auch keine Begründung für die Genehmigung von Rüstungsausfuhren geliefert werde.

Bundessicherheitsrat: Mehr Transparenz bei Rüstungsexporten, bundesregierung.de, 04.06.2014

Geschäftsordnung des Bundessicherheitsrates vom 27. Januar 1959 4in der Fassung vom 4. Juni 2014

Siehe auch:

Die Zeit Online über die „Sünden der deutschen Rüstungsexporte“

Fehlende Kontrollen und Parlamentsbeteiligung, geringe Transparenz, mangelnde juristische Aufarbeitung und Probleme durch Technologietransfers - in einem Artikel auf Zeit Online listet Zeit-Reporter Hauke Friedrichs einige Probleme der deutschen Rüstungsexportpolitik auf.

Waffenhandel: Die Sünden der deutschen Rüstungsexporte, zeit.de, 03.06.2014

Regierung will schneller über Rüstungsexporte informieren

ARD-Recherchen zufolge wird die Bundesregierung am 4. Juni die Geschäftsordnung des Bundessicherheitsrats ändern. Künftig sollen Genehmigungen für Rüstungsexporte dann "unverzüglich" an das Parlament und damit an die Öffentlichkeit weitergereicht werden. Bisher geschieht das nur einmal im Jahr – mit dem Rüstungsexportbericht.

Den Rüstungsunternehmen ist das offensichtlich gar nicht recht – vor allem wenn Wirtschaftsminister Gabriel obendrein, wie in letzter Zeit geschehen, Exportgenehmigungen ablehnt. Sie befürchten, wie tagesschau.de berichtet, einen Stellenabbau.

So habe Peter Hartel, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Cassidian Optronics GmbH, an Gabriel, an Außenminister Frank-Walter Steinmeier und an Kanzleramtschef Peter Altmaier geschrieben. Der Brief liege dem ARD-Hauptstadtstudio vor. Darin äußere Hartel die Befürchtung, dass Cassidian Optronics aufgrund der restriktiven Exportpolitik der Bundesregierung Aufträge von insgesamt mehr als einer Milliarde Euro verlieren könnte und deswegen Standorte in Deutschland geschlossen und Aktivitäten ins Ausland verlagert werden müssten.

Diskussion um Waffenexporte: Stöhnen in der Rüstungsbranche, tagesschau.de, 02.06.2014

Deutsche Rüstungsexporte 2013 brechen Rekorde

Wie einem Bericht des Spiegels zu entnehmen ist, hat Deutschland im Jahr 2013 seine Rüstungsexporte enorm gesteigert. Waffenexporte in Drittländer hätten sogar Rekordzahlen erreicht.

Dies gehe, so der Spiegel, aus den Antworten der Bundesregierung auf parlamentarische Anfragen der Linken und der Grünen im Bundestag hervor. So soll die Bundesregierung Einzelausfuhrgenehmigungen im Wert von 5,8 Milliarden Euro genehmigt haben. Das sei ein Zuwachs von 24 Prozent gegenüber 2012. Der Wert der Genehmigungen an Drittländer, also an Länder, die weder zur EU noch zur NATO gehören, sei mit 3,6 Milliarden Euro sogar auf Rekordniveau. Unter den größten Empfängerländern seien allein drei aus dem als kritisch angesehenen arabischen Raum.

Rekordzahlen bei Waffenexporten, spiegel.de, 11.05.2014

Weitere Informationen:

Rüstung: Deutsche Waffenexporte auf Rekordniveau, dw.de, 11.05.2014
Erstklassige Waffen für Drittländer, neues-deutschland.de, 13.05.2014

Export von deutschen Kleinwaffen 2013 massiv angestiegen – vor allem in arabische Länder

Wie die Tagesschau berichtet, genehmigte die Bundesregierung im Jahr 2013 deutlich mehr Exporte von Kleinwaffen als im Vorjahr – insbesondere in arabische Länder. Das gehe aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervor.

Demnach soll die Bundesregierung deutschen Waffenschmieden im vergangenen Jahr erlaubt haben, Kleinwaffen und Munition im Wert von 135 Millionen Euro zu exportieren. Das seien rund 43 Prozent mehr im Vergleich zu 2012. Besonders stark seien die Genehmigungen für Exporte in arabische Länder gestiegen. So habe sich 2013 das Volumen an Genehmigungen für Saudi-Arabien sowie für den Oman im Vergleich zum Vorjahr verfünffacht.

"So deutlich und schonungslos zeigt sich die Brutalität der deutschen Außenpolitik nur selten", sagt Jan van Aken von der Linkspartei der ARD. Kleinwaffen seien „genau die Waffen, mit denen Diktatoren ihr Volk unterdrücken.“ Angela Merkel trage, so Aken, mit ihren Waffenexporten dazu bei, dass es keinen zweiten Arabischen Frühling geben werde.

Exportschlager Kleinwaffen, tagesschau.de, 09.05.2014

Antwort der Bundesregierung im Original

Auswertung der Antwort durch Jan van Aken

Weitere Informationen:

SIPRI-Zahlen: Rüstungsausgaben steigen überall - außer in den westlichen Ländern

Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI hat die neuesten Zahlen zu den Militärausgaben der Länder veröffentlicht. Demnach seien diese überall gestiegen, außer im Westen.

Insgesamt gesehen seien die Militärausgaben im Vergleich zum Vorjahr zwar um 1,9 Prozent gesunken, das aber liege vor allem an den USA, die ihre Ausgaben stark reduziert hätten. Rechne man sie heraus, seien die Militärausgaben um 1,8 Prozent gestiegen.

„Der Anstieg der Militärausgaben in Schwellen- und Entwicklungsländer hält unvermindert an“, erklärt Dr. Sam Perlo-Freeman von SIPRI. Das sei in einigen Fällen ein natürliches Ergebnis des Wirtschaftswachstums oder die Antwort auf den Wunsch nach Sicherheit, in anderen Fällen zeige es aber eine Verschwendung von natürlichen Ressourcen, die Dominanz von autokratischen Regimen oder ein beginnendes regionales Wettrüsten.

Weitere Informationen:

SIPRI-Studie zum Waffenhandel: Deutschland weiterhin drittgrößter Waffenexporteur der Welt

Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI hat die neuesten Zahlen zum weltweiten Waffenhandel vorgelegt. Demnach stieg der internationale Handel mit Rüstungsgütern zwischen 2009 und 2013 im Vergleich zu den Jahren 2004 bis 2008 um 14 Prozent an. Die deutschen Rüstungsexporte sind dagegen in diesem Zeitraum um 24 Prozent gesunken. Dennoch bleibt die Bundesrepublik nach den USA und Russland weiterhin auf Platz drei der größten Waffenexporteure weltweit und ist damit auch immer noch der größte Waffenexporteur der EU.

32 Prozent der deutschen Rüstungsexporte gingen der Studie zufolge in europäische Staaten, gefolgt von den Staaten Asiens (29 Prozent), Südamerikas (22 Prozent) und des Mittleren Ostens (17 Prozent). Außerdem war Deutschland der größte Exporteur von U-Booten und – nach Russland - der zweitgrößte Panzerlieferant. So lieferte Deutschland zwischen 2009 und 2013 650 Panzer in sieben verschiedene Staaten, wobei fünf davon außerhalb von Europa lagen.

Knapp hinter Deutschland – auf Platz vier der größten Waffenhändler - liegt inzwischen China, das seine Waffenexporte in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdreifacht hat und damit Frankreich überholt hat. Der größte Waffenkäufer ist Indien, seine Rüstungsimporte wuchsen um 111 Prozent.

Weitere Informationen:

GKKE-Rüstungsexportbericht 2013

Die Gemeinsame Konferenz Kirche und Entwicklung, GKKE, hat am 16. Dezember 2013 ihren 17. Rüstungsexportbericht vorgelegt. Darin warnt sie unter anderem davor, dass die steigenden Waffenexporte in Konfliktregionen zu einem Pfeiler deutscher Außenpolitik werden könnten.

Diese jährlich veröffentlichte Analyse der deutschen Rüstungsexporte durch die GKKE ist eine wesentliche Daten- und Faktenquelle und eine Fundgrube für Argumente, die für ein Verbot des Waffenhandels sprechen.

Aussagen im Koalitionsvertrag zum Thema Rüstungsexporte und -produktion

Die Koalitionsverhandlungen für die Große Koalition sind abgeschlossen und seit dem 27. November steht die finale Fassung des Koalitionsvertrags zwischen CDU, CSU und SPD unter dem Titel „Deutschlands Zukunft gestalten“ fest. Darin werden an verschiedenen Stellen auch Aussagen der künftigen Bundesregierung zum Thema Rüstungsexporte und Rüstungsproduktion gemacht. Die entsprechenden Passagen haben wir hier zusammengefasst:

Zusammenstellung der Aussagen zu Rüstungsexporten und Rüstungsproduktion im Koalitionsvertrag

Weitere Informationen:

Rüstungsexportbericht 2012: Saudi-Arabien ist Hauptabnehmer deutscher Waffen

Zwar soll Deutschland im Jahr 2012 weniger Kriegswaffen verkauft haben als im Vorjahr, 59 Prozent davon seien aber an Drittländer – also keine EU-, Nato- oder der Nato gleichgestellte Länder – gegangen. Das berichtet das ARD-Hauptstadtstudio, dem der 14. Rüstungsexportbericht vorliegt. Vor allem der Verkauf deutscher Kleinwaffen an Drittländer habe sich im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Der Hauptkunde für deutsche Rüstungsgüter war dem Bericht zufolge 2012 Saudi-Arabien. Für den Rüstungsexport in den Golfstaat seien Genehmigungen im Wert von 1.237 Millionen Euro erteilt worden.

Verkauf von Kleinwaffen an Drittländer stark gestiegen, Pressemitteilung des ARD-Hauptstadtstudios, 18.11.2013

Kommentare zum Rüstungsexportbericht 2012 in den Medien:

Rüstungsexportbericht Restriktiv geht anders, deutschlandfunk.de, 20.11.2013

Rüstungsexport: Arbeitsplätze sind wichtiger als möglicher Waffenmissbrauch, swp.de (Südwestpresse), 21.11.2013

Studie: Zu wenig Kontrolle über deutsche Rüstungsexporte

Rüstungsexporte in Deutschland sind zu wenig transparent. Das ist ein Ergebnis einer Untersuchung des Internationalen Konversionszentrum Bonn (BICC) mit dem Titel: „Parlamentarische Kontrolle und Transparenz von Rüstungsexporten“. Sie wurde im Auftrag der kirchlichen Hilfswerke MISEREOR und Brot für die Welt – beides Trägerorganisationen von „Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel!“ – erstellt und vergleicht die Überprüfungsverfahren der Bundesrepublik mit denen anderer europäischer Nachbarländer und der USA.

Die Autoren der Studie plädieren aufgrund ihrer Ergebnisse für eine stärkere Einbeziehung des Bundestages und verbesserte parlamentarische Kontrollmechanismen bei Rüstungsexporten und sprechen sich auch für eine breitere öffentliche Debatte aus.

Studie „Parlamentarische Kontrolle und Transparenz von Rüstungsexporten“
Pressemitteilung

CAAT-Datenbank zu Rüstungsexporten der EU-Staaten

Dank des sehr verdienstvollen Einsatzes der britischen Kampagne gegen Waffenhandel (CAAT, Campaign Against Arms Trade, Träger des Alternativen Nobelpreises 2012) kann man sich schnell und einfach Daten über die Rüstungsexportaktivitäten der EU-Staaten anzeigen lassen. Die von den EU-Staaten veröffentlichten Zahlen hat CAAT in einer Datenbank erfasst und sie mit Unterstützung durch ENAAT (European Network Against Arms Trade, das europäische Netzwerk gegen Waffenhandel) in grafisch aufbereiteten Form veröffentlicht (s. Link unten). Dargestellt werden Zahlen über die jährlichen Waffenexporte und anderer militärischer Güter aufgeschlüsselt nach Liefer- und Empfängerstaat, Jahr und Art der exportierten Güter. Erfreulich ist es, dass die Zahlen auch mit einem Erklärungstext in Deutsch (sowie Französisch und Spanisch) angezeigten werden.
Zur EU-Rüstungsexport-Datenbank von CAAT

Gewehre, Schulden und Korruption: Militärausgaben und die EU-Krise

Die hohen Militärausgaben in der EU spielen eine Schlüsselrolle in der EU-Schuldenkrise und untergraben die Bemühungen um eine Lösung der Schuldenkrise. mehr

GKKE-Rüstungsexportbericht 2012

Am Tag der Menschenrechte legte die Gemeinsame Konferenz Kirche und Entwicklung, GKKE ihren 16. Rüstungsexportbericht vor. Die jährlich veröffentlichte Analyse der deutschen Rüstungsexporte ist eine wesentliche Daten- und Faktenquelle und eine Fundgrube für Argumente für ein Verbot des Waffenhandels.

 

Die GKKE kritisiert vor allem die Abkehr von dem Grundsatz, Waffen nicht in Spannungsgebiete zu liefern. Der katholische GKKE-Vorsitzende, Prälat Karl Jüsten, mahnte deshalb in einem Interview mit dem Sender des Erzbistums Köln domradio ethischere Entscheidungen der Bundesregierung an.

Lug und Trug - Warum Deutschlands Rüstungsexporte nach der Bundestagswahl 2013 massiv ansteigen werden

Jürgen Grässlin gibt in einem Artikel für die „Zeitung gegen den Krieg“ (Nummer 35 ist aus Anlass der Ostermärschen 2013 erschienen) einen aktuellen Überblick über den Waffenhandel. Falls es  eine gewisse Zurückhaltung bei den Rüstungsexporten gäbe, dann allenfalls aus wahltaktischen Gründen.
Zum Artikel (PDF)

Informationsportal über Kleinwaffen und Leichte Waffen

Wo werden Kleinwaffen eingesetzt und produziert, was sind ihre Merkmale

Das Internationale Konversionszentrum Bonn, BICC, bietet neuerdings im Internet eine Datenbank über Kleinwaffen und Leichte Waffen sowie über Munition an, mit deren Hilfe man sich schnell wichtige Informationen beschaffen kann. So lässt sich die Fragen leicht beantworten, in welchen Ländern beispielsweise das berüchtigte G3-Gewehr von Heckler & Koch verbreitet ist oder in welchen Ländern es in Lizenz produziert wird und was seine eindeutigen Merkmale sind. Fotos und Karten lassen das Ganze deutlicher werden. Die Datenbank wird als "Interactive Guide on Small Arms and Light Weapons" oder kurz "SALW Guide" bezeichnet, zu Deutsch etwa Interaktives Nachschlagewerk für Kleinwaffen und Leichte Waffen.

Man sollte sich von der Nutzung der Datenbank nicht abschrecken lassen, auch wenn das BICC sie "in enger Zusammenarbeit mit dem Verifikationszentrum der Bundeswehr (ZVBw) entwickelt" hat und sie vom Auswärtigen Amt gefördert wird, wie man einer Pressemitteilung des BICC entnehmen kann. Die Einsatzmöglichkeiten des SALW Guide sind laut Pressemitteilung die Vorbereitung für Missionen von Soldatinnen und Soldaten oder Rüstungskontrolloffizieren in Postkonfliktländern, die Bestimmung von Kleinwaffen "im Feld" oder die Schulung und die Ausbildung angehender Abrüstungsexperten. Das BICC weist auf weitere Nutzergruppen hin: "Das Internetangebot richtet sich darüber hinaus auch an Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft und NGO’s, um auch sie bei ihren Bemühungen zur Verhütung, Bekämpfung und Beseitigung des unerlaubten Handels mit Kleinwaffen und leichten Waffen unterstützen."

Wermut im Wein - eingeschränkte Nützlichkeit
Im Abschnitt "Weapons" (Waffen) steht der einschränkenden Hinweis, dass es sich bei den angezeigten Waffen nur um eine Auswahl handle und nur diejenige dargestellt würden, die das Verifikationszentrum der Bundeswehr (ZVBw) als die wichtigsten und am meisten verbreitet einschätze.

Und tatsächlich findet man in der Datenbank nichts über die folgenden Waffen von Heckler & Koch: G36, HK416, HK417, MP5 und MP7 oder die Munition 4,6 x 30. Beim G3-Gewehr von Heckler & Koch fehlt bei den Verbreitungsländern Afghanistan, obwohl die Bundeswehr das G3 den afghanischen "Sicherheitskräfte" zur Verfügung stellt.

Das schränkt den Informationswert der Datenbank erheblich ein und wirft die Frage auf, weshalb das BICC sich darauf eingelassen hat, eine Datenbank mit derartigen Lücken zu veröffentlichen. Auf diese Weise wird die Arbeit von NGOs (wie vom BICC beabsichtigt) jedenfalls nicht unterstützt, mal ganz davon abgesehen, dass es nicht nur um die Bekämpfung des illegalen Handels mit Kleinwaffen gehen kann, sondern um ein generelles Verbot des Waffenhandels.

Außerdem ist der SALW Guide in Englisch, was einige von der Nutzung ausschließt (auch wenn man mithilfe von "Google Translator" einiges verstehen kann).

mehr zum SALW Guide in der BICC-Pressemitteilung vom 13.03.2013
Zum SALW Guide http://salw-guide.bicc.de/ (in Englisch)

Rüstungsexportbericht 2011: Menschenrechte grob verletzt

Die deutschen Rüstungsexporte in Länder, die mindestens vier Kriterien des EU-Verhaltenskodexes nicht erfüllen, sind im Jahr 2010 enorm gestiegen. Das geht aus dem Rüstungsexportbericht 2011 der GKKE hervor. In Ohne Rüstung Leben Kompakt sind die wichtigsten Aussagen des GKKE-Berichtes kurz zusammengefasst. Artikel als PDF

Deutliche Mehrheit gegen Rüstungsexporte laut Emnid-Umfrage

Auf die Frage "Sollte Deutschland Ihrer Meinung nach Waffen und andere Rüstungsgüter in andere Länder verkaufen oder nicht?" antworten 78 Prozent der Befragten mit "nicht verkaufen". Das ist das Ergebnis einer aktuellen Emnid-Umfrage.

Sie untersuchte dabei auch, wie sich die Antworten nach Geschlecht sowie nach Ost und West unterscheiden. Außerdem fragten die Meinungsforscher auch, ob Deutschland den Verkauf von Pistolen, Gewehren und Maschinenpistolen an das Ausland grundsätzlich verbieten sollte. Durch diese Waffen würden in den Kriegs- und Krisengebieten die meisten Menschen getötet. Fast drei Viertel der Befragten antworteten darauf mit "Ja". TNS-Emnid befragte am 4. und 5. Oktober 2011 dazu 1.005 Menschen. Die detaillierten Ergebnisse sind hier veröffentlicht: Linksfraktion (04./05.10.2011)

Gemeinsam gegen den Export von Terror und Gewalt made in Germany!

In dem Artikel "Gemeinsam gegen den Export von Terror und Gewalt made in Germany!" von Christine Hoffmann, Paul Russmann und Jürgen Grässlin  verdeutlichen die Autoren faktenreich und fundiert, dass es für Aktion Aufschrei! höchste Zeit war. Außerdem porträtieren sie darin maßgebliche Täter: deutsche Rüstungsunternehmen.

Germeinsam gegen den Export von Terror und Gewalt made in Germany, in: ZivilCourage, Magazin für Pazifismus und Antimilitarismus der DFG-VK, Heft 2/2011

GKKE Rüstungsexportbericht 2010. Deutsche Waffen im Visier der Kirchen

Ohne Rüstung Leben Kompakt fasst die Kernaussagen des Rüstungsexportberichts 2010 der GKKE auf vier Seiten zusammen. Artikel als PDF

Redaktion: Paul Russmann, Januar 2011

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Weitere Informationen zu Rüstungsexporten und Empfängerländern:

CAAT-Datenbank zu Rüstungsexporten der EU-Staaten
Informationen über Rüstungsexporte, aufgeschlüsselt nach Liefer- und Empfängerstaat, Jahr und Art der exportierten Güter

Rüstungsexportberichte der Europäischen Union

UN-Waffenregister
Im UN-Waffenregister ist der weltweite Handel mit Großwaffensystemen und mit Klein- und Leichtwaffen seit 1992 dokumentiert.

  • Großkampfsysteme
  • Kleinwaffen

BITS-Datenbank
Über die Datenbank der Berliner Informationsstelle Transatlantische Sicherheit (BITS) können Informationen über deutsche Rüstungsexporte abgerufen und nach Land, Kategorie und sogar Unternehmen gefiltert werden.

GKKE-Rüstungsexportberichte

Datenblätter zu Empfängerländern von waffenexporte.org
Zusammenstellung der Angaben der Rüstungsexportberichte der Bundesregierung ab dem Jahr 2000 zu Rüstungsexportgenehmigungen. Waffenexporte.org wird von Jan van Aken (MdB Die Linke) betrieben.

Länderdatenbank des BICC
In einer Datenbank hat das Bonn International Center for Conversion (BICC) 170 Länder hinsichtlich der acht Kriterien des gemeinsamen Standpunktes der EU ausgewertet

Länderportraits des BICC
Informationen zu Rüstung, Militär und Sicherheit in wichtigen Empfängerländern deutscher Rüstungsimporte

SIPRI-Jahrbücher auf Deutsch (Kurzfassungen)

SIPRI-Jahrbuch
Sämtliche Jahrbücher des Stockholm International Peace Research Institut (SIPRI) seit 1968 auf Englisch

SIPRI-Datenbanken
Datenbanken des Stockholm International Peace Research Institut (SIPRI)

RüstungsInformationsBüro
Informationen zu Waffenproduktion und Rüstungsexporten