Ostermärsche für Rüstungsexportverbot
Den Waffenhandel zu verbieten, war bei vielen Ostermarsch-Aktionen ein häufiges Anliegen zusätzlich zu den Forderungen Konflikte nicht militärisch sondern zivil zu berarbeiten und die Bundeswehr aus Afghanistan abzuziehen. Der folgenden Überblick zeigt u. a. wie das Rüstungsexportverbot in der Rüstungsregion Bodensee international mit konkreter Nennung der Täter in die Öffentlichkeit gebracht wurde, wie es in einer Kleinstadt Ellwangen thematisiert wurde oder vom Leipziger Pfarrer Christina Führer mit überzeugender Begründung gefordert wurde.

Tagesschau zu Ostermärschen 2012
Ein Bericht in der Tagesschau vom 7.4.2012 brachte einen Zusammenschnitt der Aktionen in München, Stuttgart, Duisburg, Leipzig, Berlin und ein Statement von Lühr Henken vom Bundes-ausschuss Friedensratschlag. Für Leipzig wurde das Motto "Waffenhandel stoppen" erwähnt und für Berlin die Kritik an der Rüstungsindustrie und dass der Demonstrationszug vor den Büros der Waffenlobby stoppte, um gegen Waffenexporte zu demonstrieren. zur Tagesschau
Friedensweg für einen rüstungsfreien Bodensee
Zu dieser Ostermarsch-Aktion in der Schweiz und Deutschland haben 40 Organisationen aus den Anliegerstaaten aufgerufen. Mit dabei war auch Kampgnen-Sprecher Jürgen Grässlin mit zwei Reden.
- "Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel von Tognum / MTU.
MTU - der unterschätzte Rüstungsriese" Rede als PDF - "Der Tod ist ein Meister vom Bodensee. Aufschrei für eine Rüstungsfreie Zone Bodensee" Rede als PDF
Der Reporter Wolfgang Frey hat sehenswerte Fotos vom Friedensweg gemacht. Sie können auf seiner Seite angesehen werden; sind aber nicht zur Verwendung freigegeben. zu den Fotos
Das österreichische Fernsehen brachte eine sehr informativen Beitrag und im Südkurier erschien der unten stehende Artikel.

ORF-TV-Bericht
Das österreichische Fernsehen brachte vom Friedensweg-Ostermarsch am Bodensee eine sehenswerten Bericht zum ORF-Bericht
Friedrichshafen „Rüstungsfreie Zone“ verlangt
Am Ostermontag zogen etwa 270 Teilnehmer der Aktion „Friedensweg 2012“ vom Fährhafen durch die Innenstadt Richtung MTU und forderten einen Stopp von Rüstungsproduktion und Waffenhandel. In der Abschluss-Veranstaltung riefen sie zur Einrichtung einer „Rüstungsfreien Zone Bodensee“ auf.
Etwa 40 unterschiedliche Organisationen der Friedens- und Menschenrechtsbewegung aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, darunter christliche Kirchen, Gewerkschaften, Parteien, Amnesty International und Attac, hatten gemeinsam zu diesem Friedensmarsch am See aufgerufen.
„Der Tod ist ein Meister vom Bodensee“, riefen die Demonstranten auf ihrem Weg durch Friedrichshafen. Sie meinten damit ein rundes Dutzend Unternehmen rund um den See, die Rüstungsgüter herstellen und exportieren. In Sichtweite der MTU kritisierte Jürgen Grässlin, Träger des Aachener Friedenspreises 2011, in seiner Ansprache scharf deren Geschäfte mit Antrieben für Militärfahrzeuge, Panzer und Marine-Schiffe. Grässlin warf der MTU weiter vor, Kooperationsverträge mit dem chinesischen Rüstungsunternehmen Norinco abgeschlossen zu haben. „Verwerflicher geht Rüstungsproduktion und Waffenhandel wirklich nicht“ drückte er seine Meinung und dem Beifall nach auch die Meinung vieler Demonstranten zu diesem Punkt aus.
zum gesamten Artikel von Gisela Keller im Südkurier vom 10.04.2012
Ostermarsch in Ellwangen
Eine erfreuliche mediale Beachtung erfuhr der Ostermarsch in der ostwürttembergischen Kleinstadt Ellwangen bei der Kampagnensprecher Paul Russmann eine Rede hielt (Rede als PDF). Die Schwäbische Zeitung und die Schwäbische Post brachten Artikel.
„Jede Minute stirbt ein Mensch durch Waffengewalt“
Ostermarschierer treten für Abrüstung und Menschenrechte ein und fordern ein Ende des Afghanistan-Einsatzes
Mit Transparenten, Fahnen, Trommeln, Reden und Gesang setzten sich die Ostermarschierer für Menschenrechte und gegen Waffenhandel ein.
Mit Transparenten, Fahnen, Trommeln, Reden und Gesang setzten sich die Ostermarschierer für Menschenrechte und gegen Waffenhandel ein.
Ellwangen „Gier macht Krieg“, „Kein Blut für Öl“, „Schwerter zu Pflugscharen“ und „Frieden braucht Gerechtigkeit“ – mit Transparenten und Fahnen sind am Karsamstag rund 160 Friedensbewegte durch die Innenstadt gezogen, um „gemeinsam aktiv für Menschenrechte – gegen Waffenhandel“ einzutreten. Unter dem Motto „Frieden ist möglich – kein Krieg dient den Menschen!“ hatte das Aktionsbündnis Mahnwache Ellwangen zum elften Ostermarsch in Folge eingeladen.
zum gesamten Artikel von Josef Schneider, Schwäbischen Zeitung 09.04.2012
Ellwanger Ostermarsch brachte über 150 Menschen auf die Beine
Es dürften über 150 Menschen gewesen sein, die sich am Samstag am Ostermarsch durch Ellwangen – einer der letzten in Baden-Württemberg – beteiligt haben. Vom Bahnhof aus zog die bunt gemischte Gruppe in einem rund einstündigen Zug über die Westtangente und dann bis zum Fuchseck zu einer Kundgebung. Von DGB über Amnesty International bis zu Pax Christi sowie Stadträten und Bürgermeister Volker Grab reichte die Schar der Teilnehmer. Paul Russmann („Ohne Rüstung Leben“, Stuttgart), Philipp Jacks (DGB-Region Nordwürttemberg, Aalen) und Josef Baumann (Friedensforum Ellwangen) sprachen bei der Kundgebung. Das kulturelle Rahmenprogramm wurde von Andrea Batz (Gitarre und Gesang), der Sambagruppe „up-surdo“ und dem Ellwanger Jugendchor unter Leitung von Reinhard Krämer bestritten, Hildegard Diemer malte das Bild „Waffen zu Kranichen“, das zugunsten der Friedensarbeit versteigert werden soll. Nach der Begrüßung durch Pater Reinhold Baumann vom Bündnis Mahnwache eröffnete Josef Baumann vom Ellwanger Friedensforum die Kundgebung („Ostern ist der Aufstand des Lebens gegen den Tod“). Paul Russmann prangerte den Rüstungsexport an und forderte das Verbot des Waffenhandels. Deutschland liege hinter den USA und Russland an dritter Stelle der Waffenlieferanten in der Welt: „Jede Minute stirbt ein Mensch durch Waffengewalt.“ Philipp Jacks kritisierte die Rüstungspolitik der EU und die immer noch bestehende atomare Erstschlagsdoktrin der Nato. Die Etablierung einer gerechteren Weltordnung sei die einzige Alternative. (mm)
Quelle: Schwäbische Post 10.04.2012
Gegen deutsche Waffenlieferungen
Ostermarsch: Demonstranten verurteilen Spirale der Gewalt in Afghanistan und Versagen von Behörden bei Mordserie
Bruchköbel (bei Hanau). Krieg und Faschismus kommen nicht ohneeinander aus, zusammen dienen beide globalen Machtinteressen. Diesen Standpunkt teilten am Karfreitag rund 150 Demonstranten - so die Schätzung der Polizei - beim diesjährigen regionalen Ostermarsch-Auftakt in Bruchköbel.
Gegen Krieg und Faschismus: Rund 150 friedensbewegte Demonstranten kamen am Karfreitag nach Schätzung der Polizei zum Ostermarsch-Auftakt in
Sprecher der Hanauer Friedensplattform, des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und des Kulturzentrums der Föderation demokratischer Arbeitervereine (DIDF) in Hanau verurteilten den Bundeswehreinsatz in Afghanistan, prangerten Rüstungsexporte an autoritäre Regime an und forderten vehement ein schärferes Vorgehen gegen Rechtsextremismus.
zum gesamten Artikel im Main-Echo vom 10.4.12
Ostermarsch schließt sich "Aktion Aufschrei!" an
Wie ist es möglich, dass die Bundesrepublik heute der weltweit drittgrößte Waffenlieferant ist? Dabei schrieben die Väter des Grundgesetzes doch in Artikel 26 Deutschlands Friedfertigkeit fest. Eine „Klarstellung“ dieses Grundgesetzartikels forderten denn auch die Teilnehmer des Würzburger Ostermarschs. Rund 100 Demonstranten beteiligten sich am Samstag an der von Ökopax organisierten Veranstaltung, die sich der deutschlandweiten Kampagne „Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel!“ anschloss.
Wie paradox die Bundesrepublik agiert, zeigte Ökopax-Mitglied Dr. Armin Meisterernst in seiner Kundgebungsrede auf. So kassierten Deutschland und die Niederlande zusammen fast 90 Millionen Euro für Waffenlieferungen nach Griechenland. Dabei seien es gerade diese beiden „Sparapostel“, die von dem hoch verschuldeten Griechenland besonders harte Sparmaßnahmen gegenüber der Bevölkerung verlangten. „Nicht das griechische Volk ist faul, sondern in der EU gibt es ?faule?, korrupte, kapitalistisch orientierte Eliten, die Geschäfte mit dem Tod vor die Menschenrechte des griechischen Volks stellen“, rief Meisterernst - und erntete dafür reichlich Applaus.
zum gesamten Artikel in der Main Post 9.4.2012
Über den Würzburger Ostermarsch berichtete auch das Main Echo am 10.04.12.
Ostermarsch in Leipzig:
Christian Führer fordert Verbot aller Waffenexporte in Deutschland
Der frühere Pfarrer der Leipziger Nikolaikirche, Christian Führer, hat ein generelles Verbot aller Waffenexporte in Deutschland gefordert. Bei einer Veranstaltung im Rahmen der diesjährigen Ostermärsche in Leipzig am 7. April sprach er sich zugleich für den Abzug und die Vernichtung aller in Deutschland stationierten Atomwaffen sowie den Abzug aller ausländischen Truppen im Land aus.
Statt der behaupteten Unterstützung der Völker in ihrem Ringen um Freiheit entpuppten sich Rüstungstransfers häufig als Exporte von Risiken für Frieden und Sicherheit, erklärte Führer, der Mitbegründer der Stiftung Friedliche Revolution ist und auch deren Vorstand angehört. Besonders deutlich zeige sich das bei der Ausfuhr von kleinen und leichten Waffen. Hier sei Deutschland nach den USA und Italien weltweit der drittgrößte Lieferant. Aber auch beim Waffenexport insgesamt nehme Deutschland nach den USA und Russland den dritten Platz ein.
zum gesamten Artikel in der Leipziger Internet Zeitung 08.04.2012



